male: keine macht der welt (wie bonnie und clyde, dezember 2003, tor 3, düsseldorf)
Dienstag 02. Juni 2009, 14:39
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dank freundlichem engagement von claus ritter, von dem zwar ein aktuelles fussbekleidungsbild fehlt, -vielleicht aber noch ein paar infos zu diesem song eintreffen werden, der wohl zu den neueren stücken von male zählt, die bereits vor einigen jahren ein aktuelles album angekündigt haben, auf das man mit diesem titel als vorgeschmack weiterhin guter dinge gespannt bleiben darf:

keine macht der welt



ostrich online
Montag 01. Juni 2009, 20:03
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aus tradition geschmack-und respektlos, selbstermächtigt.
mit 1 glasauge auf die legendäre öde und 1 hörgerät im jenseits:

the ostrich
 



der plan: weltaufstandsplan (november 1979, shvantz, frankfurt)
Montag 01. Juni 2009, 15:20
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das letzte stück auf der cassette von diesem konzert:

weltaufstandsplan

wir lesen alles über neue anlässe zum weltaufstandsplan bei gnogongo



rauchschwaden aus dem rondokeller/japaner in düsseldorf-karaoke-set
Donnerstag 28. Mai 2009, 14:34
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dieses frühjahr zwangen mich zugreisen zur versorgung mit lesestoff, und so stiess ich in der nahe dem hbf düsseldorf gelegenen stadtbücherei auf die afrika-tagebücher von michel leiris, die meine fahrten ins öde dormagen mit einem einblick in die dreissiger jahre und interessanten informationen über den weiteren werdegang jenes rand-surrealisten anreicherten, der seinerzeit u.a. mit dem originellen millionär raymond roussell bekannt war, welcher als erster im speziell konstruierten wohnmobil ebenfalls durch afrika reiste, jedoch ohne überhaupt die kabine zu verlassen, wo er bei geschlossenen vorhängen komplizierte sätze über das etikett einer mineralwasserflasche verfasstte. - sehr empfehlenswert das, - vorausgesetzt, man neigt dazu, sich darin zu vertiefen, und hat nichts gegen leiris´ mehrfach gespiegelte seelendurchleuchtung nach altmodischem strickmuster einzuwenden, dann kann es leicht passieren dass man lust bekommt, nach lektüre der afrikaexpedition in seinen später geschriebenen büchern nach hinweisen und erläuterungen zu diesem wichtigen kapitel seines bereits beendeten lebens zu stöbern, und so greift man womöglich genau wie ich zu den ansonsten etwas langweiligen werken aus der autobiografischen serie “die spielregel”(band 2, krempel, 1985 matthes & seitz) und sucht darin erfolgreich nach weggelassenem und zensiertem aus dem spannenden expeditionsbericht von 1931.

buch zwo (thomas hecken: gegenkultur und avantgarde 1950-1970, 2006 francke verlag) erfordert neben einer kleinen portion fantasie auch spass an der ahnenforschung, dann gibt es nichts aufregenderes, als sich unter die meute langhaariger weintrinkender querulanten zu mischen, die sich kurz nach ende des 2. weltkriegs in paris unter dem namen lettristen formierten und geniale sprüche klopften, wie “arbeitet nie!”, die sie auch auf ihre hosen schrieben, wofür sie damals sicher aufs hoffnungsvollste für bekloppt erklärt wurden, - um etwas später zu den situationisten zu mutieren, die grosse erfinder von verweigerungen waren und mit ihren genial-frechen ideen u.a. vieles vorwegnahmen, was malcolm mc laren 10 jahre später auf t-shirts druckte und als vermarktungsstrategie für die sex pistols anwendete.
gut erklärt sich aus diesem buch die herkunft einiger ideen, die bis heute um uns herumgeistern und aus historischer unkenntnis oft für volkseigentum gehalten werden, so liest man zb, dass laut allen ginsberg “die einnahme bestimmter drogen demokratische wirkungen zur folge hat”, und freut sich an dieser experimentellen weisheit post mortem über das bereits unvermutet eingetretene happy end vieler falsch gestellter fragen und probleme. 

buch drei (peter hein: die songtexte 1979-2009, lilienfeld verlag) beginnt mit dem wort “kulturschock” und enthält grösstenteils kryptische fussballtexte, die beim anhören der dazugehörigen musik sowieso in belanglosigkeit versinken. 

wer braucht dieses buch? - ich glaube, vor allem der verlag hat es nötig, sich etwas jugendlich aufgeschlossen zu geben, und so wurde ein cremefarbenes cover kreiert, auf dem herr hein in unsäglichen schuhen auf der brüstung eines kirchenfensters sitzt und guckt wie struwwelpeter aus hoffmanns märchen, die meiner erinnerung nach leider mehrfach spanndender sind als das, was peter zur ein-und ausleitung seiner texte (diesmal bedacht auf vermeidung allzu langer sätze) eigenhändig hinzuzufügen hatte.
positiv auffallend ist jedoch die im verlagsprospekt angekündigte einleitung von wiglaf droste, die im buch gottseidank fehlt. auch die fotos sind gut ausgesucht und vorher unveröffentlicht.
da sich hein in seinen bereits erwähnten kommentaren, die etwas von thekenreden haben, auch an teile unserer gemeinsam verbrachten zeit erinnert, benütze ich die gelegenheit dazu, interessierten lesern zu versichern, dass es noch erinnerungen an begebnisse gibt, die bislang von beiden seiten als untauglich für texte angesehen wurden. aber wie sich die schuhmode ändert, so kann sich auch die erinnerung mit seltsamen borten beziehen und an hühneraugen-stellen plötzlich überraschende steppnähte aufweisen.

das selten werden neuer einträge im rondo-blog hat mit persönlicher übersättigung an der thematisch behandelten zeit zu tun, und keinesfalls mit mieser laune, üblem geschmack oder zweifelhaftem umgang mit nutzlosen büchern.



ela eis: my clown (1982, partysnäcks-sampler, ink records 010 lp)
Montag 18. Mai 2009, 17:46
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foto ar/gee gleim

ela eis, seinerzeit schmuckstück im ratinger hof, verfertigte diesen song mit hilfe zeitgenössischer musiker aus dem umfeld der ink records (smarties, croox) als beitrag für einen sampler, der den angeblichen soundtrack zu einem fiktiven film namens die tanzbeinsammler enthält.

my clown



xao seffcheque: polnische wellen (sounds 1980) / dezerter: spytaj milicjanta (1983)
Samstag 16. Mai 2009, 15:34
Abgelegt unter: Musik, Text

das zweite resultat einer gemeinsamen polen - exkursion von xao seffcheque und peter glaser:

während glasers bericht eine bereits erwähnte kurzgeschichte ergab, - schrieb xao darüber eine kleine zweiteilige (sounds 10/11, 1980)  story und knüpfte wahrscheinlich auch einige kontakte, was zu einem gegenbesuch von ungefähr 7 polnischen musikern im wohnkeller seffcheques zu düsseldorf führte, die ich einmal zufällig dabei überraschte, wie sie gutgelaunt einer dose ölsardinen harrten, die xao als festmahl in einer pfanne erhitzte, - wozu er auch mich noch grosszügig einlud - was ich damals aber erschrocken dankend ablehnte…

polnische-wellen-1980

als ersatz für ein nichtvorhandenes tonbeispiel einer im artikel erwähnten band hier ein ca. zwei jahre später bei ar/gee gleim aus polen eingegangenes schriftstück… 

…das der folgenden ep von dezerter (die sich durch anmutiges produktdesign auszeichnet) beifügt war und möglicherweise ein bisschen polnischen hardcore enthält, der vielleicht bei begabten hörern ähnliche gefühle auslöst, wie die unter anderen umständen oben erwähnte dose fisch beim damals erstaunten verfasser:

spytaj milicjanta

 

in ermangelung von bier mit zwiebeln und wurst runden wir dieses ensemble mit einem jugoslawischen badge ab, von dem uns karin dreier versichert, was darauf steht heisst ebenfalls punk

dieser artikel besteht aus 100% recyclebaren archivleihgaben von karin dreier und ar/gee gleim.



psychotic tanks: 200 watts (1981/2009, raffmix)
Dienstag 12. Mai 2009, 20:20
Abgelegt unter: Rondo Singles + Sessions


foto ar/gee gleim

hier wieder mutantenmusik von psychotic tanks aus köln.
die backings wurden 1981 im rondokeller aufgenommen & weil das master verschwand wurden diese vier spuren in neuester zeit von den tanks zuhause und in den gemütlichen


foto karin dreier

mit frischem bass, stimmen, gitarren und pianos ergänzt:

2oo watts

    

  



the ostrich
Montag 11. Mai 2009, 01:15
Abgelegt unter: Fanzines, Musik


das erste deutsche fanzine wiederaufersteht online.

teile der 1978er original-redaktion verspüren mit ende 40 erneut die notwendigkeit, den dialog mit der mittlerweile ausgebluteten musik-welt und deren nachtrauernden hinterbliebenen nach 30 jahren taktvoll wiederaufzunehmen:

the ostrich

  



hollow skai: alles nur geträumt (2009, hannibal verlag)
Freitag 08. Mai 2009, 13:37
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alles nur gehört träfe besser die eine hälfte des buches, die aus anekdoten besteht, die vom autor grösstenteils anderswo gelesen wurden, ohne die quelle genau zu bezeichnen, - alles nur addiert könnte der zweite teil dieses 250-seiten-schmökers heissen, in dem es um den rechnungstechnischen verlauf deutscher wellenreiter a la extrabreit, nena, spider murphy gang und konsorten und die von deren plattenfirmen seinerzeit veranstalteten zufallstreffer, fehlschläge und lachnummern geht.

gut gefällt mir, was hollow skai über alfred hilsberg schreibt; - letzterer wurde in den romantischen tableaus von teipel zu einem bärtigen bösewicht reduziert, bekommt hier aber aufgrund der tatsache, dass der verfasser in den zeiten, von denen sein buch handelt, tatsächlich viel kontakt mit alfred hilsberg hatte, ein fast würdiges denkmal oder portrait gesetzt, indem skai darauf hinweist, wie wichtig der mann mit dem weissen halstuch und der tödlichen schnapsfahne für die deutsche musikszene in der mittlerweile genug verklärten zeit der do-it-yourself-revolution einmal war. 

was die anekdoten betrifft, amüsieren sie mich weniger, als die verkaufszahlen - obwohl das musikbusiness mir nie ein spannendes feld zu sein schien, - das kommt daher, dass skai einige geschichtchen über charley’s girls verbreitet, von denen er in seinem blog behauptet, er habe sie von augenzeugen, - die aber in wirklichkeit nur der puren lust am fabulieren entsprungen sind, oder - wie in seinem fall - der puren lust am sammeln von aufschneiderei und angabe zur dekoration seines neuen buches mit irgendwelchen highlights, die sich auch leute vom dorf merken können, mit denen er sowieso sympathisiert, weil er irgendwo schreibt, alles nur geträumt gehöre zwischen rocko schamonis dorfpunks und teipels verschwende deine jugend, was mir nur einleuchten will, wenn ich daraus verstehe, dass er aus jedem der beiden bücher soviel abgeschrieben hat, wie er nur konnte, was aber im fall von charley’s girls bedauerlicherweise ein reinfall war, weil es sich dabei um eine stelle handelt, die teipel’s lektor schon im verschwende-buch bis zur unverständlichkeit verstümmelt hatte, daher ist hier die rede davon, dass sich charley’s girls am 13.8.1978 während des ersten so 36-festivals in mittagspause umbennant haben sollen, und zwar unter folgenden umständen:

“hatten sich die anwesenden berliner punks noch gewundert, warum die girls so komische rucksäcke umhatten, so fiel es ihnen wie schuppen von den augen, als die gruppe sich nach der hälfte ihres auftritts erst einmal auf der bühne zu einem picknick niederliess und mittagspause machte - um sodann unter diesem namen weiterzumachen.”

in wirklichkeit resultiert dieser schwachsinn daraus, dass jürgen teipel unsere beiden auftritte im s.o. 36 (august 78 als charley’s girls und etwas später noch einmal ein solokonzert in blauen arbeitsanzügen als mittagspause, bei dem wir einen tisch auf der bühne hatten und döner verspeisten) verwechselt und zu einem einzigen halbsatz zusammengestrichen hat, - worauf ich ihn gleich nach erscheinen seines doku-romans 2001 erfolglos aufmerksam zu machen versuchte.

…woher aber die rucksäcke kommen, das ist mir völlig schleierhaft. darum erscheint es mir auch wichtig, an dieser stelle so ausführlich darauf hinzuweisen, denn ich sehe schon das nächste buch vor mir, in dem wir dann wadenschoner tragen und jodeln, und obwohl ich das irgendwo amüsant finde, möchte ich unser damals weit weniger gewürdigtes dasein als underground-band gern zu lebzeiten noch freihalten von deko-müll-legenden und unbefugten ausschmückungen ähnlichen kalibers.


hollow skai

dazu zählt ebenfalls die behauptung, dass charley’s girls 1978 auf dem new orlean’s-maskenball 7000.- mark für ihren auftritt kassiert haben sollen. - oh gott! - da fällt mir ein, dass ich eigentlich froh sein sollte, dass charley’s girls in diesem buch nicht ostrich-girls heissen! - danke holger!

der rest ist superinteressant und lustig, vor allem die verkaufszahlen und fehlinvestitionen von geier sturzflug und fräulein menke - hahaha - mögen sie selbst nachlesen, ob die dazugestreuten anekdoten
grössere wahrscheinlichkeit besitzen, als die beiden von mir bemäkelten.

franz bielmeier, mai 2009



chrislo haas und peter moser: auftritt im lärm/düsseldorf (april 1980)
Mittwoch 06. Mai 2009, 14:44
Abgelegt unter: Musik


l.n.r.: peter moser, chrislo haas, joachim rüsenberg

das konzert fand im april 1980 in einem mittlerweile vergessenen düsseldorfer loft unter mitwirkung nicht allzu vieler heute noch lebender zuschauer und akteure statt, die mir auf den restlichen fotos bis auf ela eis und eva gössling (die mit einem saxofon hantiert) durch die bank unbekannt sind, was einerseits verwunderlich, andererseits leicht damit zu erklären ist, dass ich diese veranstaltung nicht selbst besucht habe.

gefallen hätten mir die sequenzerläufe, die es an diesem abend zu hören gab schon, wenngleich peter moser (den ich erst später kennenlernte, als er gemeinsam mit padeluun den plan für eine platte unter dem namen pspk bei rondo vortrug) stimmlich nicht gerade frank sinatras zwillingsbruder war.

zeitlich dürfte dieser auftritt nach chrislo haas’ ausstieg bei daf und vor dem beginn seiner liaison mit beate bartel als ch-bb einzuordnen sein.

für spätere ohren klingt das vielleicht wie die erste destillation einer urform von techno oder wie eine überdosis tg ohne echo auf der stimme, wer weiss? - auf jeden fall waren auch tapes mit original-intensivstation-geräuschen von beatmungsgeräten, ekg-monitoren etc. im einsatz, was dem rohen sound zusammen mit einigen schnipseln aus hitler-reden o.ä., die am anfang auftauchen, eine gewisse dringliche würze verleiht, die unverwechselbar nach dem aufbruch zum 80er-jahre-weltuntergang schmeckt.

teil 1

teil 2

teil 3

teil 4

fotos, infos und cassette von susanne leibgirries, freudliche ergänzungen von eva gössling.