Abgelegt unter: Mittagspause-Retro-Box
in der tat ska
in der tat ska
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was halten sie von punk teil 4
das war die erste vinylveröffentlichung der band. sämtliche auf dieser lp mit metallcover versammelten mittagspause-stücke präsentieren das mit einer xerox-datencode-cassette gespeiste diktafon von gabi delgado in bestform.
13. august 1978
diese single gibt es nicht auf rondo. sie steht hier als gruss an alle velvet underground fans über 40 und wurde mir von einem gewissen van daale noch zu lebzeiten auf erstaunlichstem wege vererbt, wofür ich nicht weiss, wie ihm zu danken ist.
besonders die b-seite, die mir bis dato nicht bekannt war, erzeugt beim hören familiäre low-fi-gefühle, denen ich einfach nicht entkommen kann. der inspirierteste unter den unehelichen söhnen lou reed’s (r.i.p.) interpretierte mit seiner band, zu der u.a. scott kraus von den späteren pere ubu gehörte, eine der ganz grossen velvet underground hymnen vor leeren bänken, was mich mit 16 wie mit 47 auf gleich zeitlose art vom hocker haut, wovon ich wiederum hoffe, dass es einigen anderen ähnlich geht, womit synchron alle sympathisanten dieser seite gemeint sind.
white light/white heat
als grace jones auf the normal reagierte und “warm/leatherette” nachspielte, griffen gleichzeitig aqua velva dieses thema auf, um zu beweisen, dass es auch sehr gut deutsch und rückwärts funktioniert.
abseits von disco, aber bereits berauscht von den 4-spur-möglichkeiten einer eigenen teac werkelte diese kellerband an ihren experimentellen songs, von denen bis heute die wenigsten über den freien handel zugänglich sind.
wurm/leberwurst
“der kamener” arbeitete seinem spitznamen gemäss in einer tesafilmfabrik an selbigem ort, wovor aber schon im frühjahr 1978 an den wochenenden nach düsseldorf in den ratinger hof zu fliehen begann.
dort tauchte er zuerst mit einem 2-seitigen fanzine namens “white riot” auf und wurde aus mangel an schlafplätzen u.a. auf die ausschweifenden after-hof-parties von peter stiefermann gespült, wo in einer grossen altbauwohnung nahe dem düsseldorfer hafen 1977/78 die luzi abging, mit allem, was die stadt an drogen, sex und perversen künstlern auf der durchreise nach paris aufzuweisen hatte.
jürgen krause jedoch begann mit badges und singles zu handeln, die er freitagabends vor der leeren bühne des ratinger hofs aus kleinen kartons und plastiktüten heraus verkaufte, um ca. 6-7 kunden damit zu beglücken,
das nebenbei, - hauptsächlich war er auf jedem konzert zugegen und stand jeden freitagabend an der tanzfläche wenn gepogt wurde, was seine silhouette unauslöschbar mit der damals lokal entstehenden musikszene verschmolz.
später war er in carmen knöbel’s pure freude-plattenladen angestellt, den er bald schon übernahm, und woraus dann - ich weiss nicht wann - hitsville entstand.
der rest ist fruchtbare inzucht, die ich versäumt habe, weil ich in den 80gern in berlin war, - von der ich aber immerhin weiss, dass in jürgens laden viele fäden zusammenliefen, weil alle guten bands der gegend dort devote stammkunden waren, und dass in den 90ern immer mehr second hand vinyl, aber immer weniger devisen ihren weg in sein geschäft fanden, was anfangs zu einigen ortswechseln, schliesslich aber zum rückzug von jürgen krause aus dem bereich zwischen pappkarton und plastiktüte führte.
unverwüstlich eingeschweisst in die herzen der vielen fans und sammler, die mit den tips und schätzen aus seinen schachteln und listen glücklich wurden, bleibt die erinnerung an ihn auf ewig staublos wie die immer leicht überteuerten neuplatten in den regalen von früher…
alles für dich