Dienstag 23. Dezember 2008, 16:37
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früher dachte ich, s.y.p.h. wären noch schlechter als mittagspause. dabei waren wir beste freunde. bei gemeinsamen konzerten war das publikum bei ihnen manchmal nicht so enthusiastisch wie bei uns. das tat mir leid. ich verstand das publikum eben nur als träge masse, die es galt, in rhythmus zu versetzen, und ich missverstand s.y.p.h. bis in die mitte der 80er hinein, als ich längst nichts mehr mit musik zu tun hatte und zufällig ein paar alte can-platten hörte, die ich bisher aus desinteresse an krautrock kategorisch verschmäht hatte, bei denen mir aber sofort wieder harry rags begeisterung für diese gruppe und eine unerfreuliche begegnung mit holger czukay, der s.y.p.h. 1980 produzierte, einfiel.
was ich so spät an s.y.p.h. kapierte, ist das musikalische understatement, das sie dem mir vorher unbekannten prinzip der can-artigen improvisation beifügten, und das sie im kontext so originell macht, dass ich sie heute als weisswein der ndw bezeichnen würde, weil mir ihre stücke immer besser gefallen, je älter sie werden.
ausserdem sind sie in wirklichkeit kaum zu bemitleiden, weil sie weitaus mehr doppelsingles und andere originelle platten herausgebracht haben, als mittagspause trotz mehr publikumsgestampfe.
wie man an janies verkehrt herum getragener jeans links auf dem unteren der beiden fotos von karin dreier gut erkennen kann, war das der stapellauf eines songs, der später von family five noch weiter ausgebaut und ausgestattet wurde, und bei dem es im refrain schon hier um ekelhaft wund getanzte ärsche geht, wobei jene in wirklichkeit am sack durchgeschabte hose von herrn hein auch der tatsache nach zu urteilen, dass er sie bei dieser premiere mit dem reissverschluss nach hinten trug, mit hoher wahrscheinlichkeit inspirator, ideengeber, anlass und pate für den gesamten text war.
Montag 22. Dezember 2008, 17:46
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man trägt zwar in meinem alter keine meinungsknöpfe mehr, erstens weil das kreuz vom schleppen tellergrosser badges mit selbstgemachten aufschriften wie “nö” oder “oh” in der jugendzeit doch sehr gelitten hat, zweitens weil die zeit sich insofern geändert hat, dass man t-shirt-aufschriften, tatoos und klingeltöne genau wie badges nicht mehr als individuelles signal zur verbündung mit gleichgesinnten, sondern als kanonisierte belästigung empfindet; -wenn ich aber gezwungen wäre, einen der beiden mir restverbliebenen, unhistorischen badges jetzt anzustecken, würde ich zu ungunsten von “zurück zum beton” für den abgebildeten weihnachtsbadge stimmen, den mir petrus fischer von monkeys with tools letzten sommer bei strahlendem wetter geschenkt hat. wozu, wird erst jetzt deutlich.
Sonntag 21. Dezember 2008, 19:24
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diese beiden ausführungen gehen im original auf das grossartige weightless love von jobriath zurück und wurden mit einem tascam portastudio 488 aufgenommen.
das ist ein fanzine von heute.
es zeigt, wie der geist von punk ohne 1234 klischees frisch bleibt und durch mozartmusik überlebt.
es steht bei seinen historischen grosseltern ostrich, heimatblatt und streich nicht aus dem grund, weil mmm #4 ein interview mit mir enthält, sondern weil es spritzig witzig egomanisch naiv und originell daherkommt und als enkel die ahnenreihe der obigen fanzines um ein zeitloses element in ihrer seit 1977 quietschenden schublade bereichert und ergänzt.
wir starten aus technischen gründen unchronologisch:
ein altes masterband enthält 20 minuten auswahl aus drei stunden finger für deutschland. zwar wenig repräsentativ, dafür viel bassiger als die bislang zugänglichen 4-spur aufnahmen. weil noch nichts nachbearbeitet wurde, schwankt die lautstärke etwas, dafür stimmt das klangbild mit dem tatsächlichen geschehen am damaligen originalschauplatz besser überein, als auf den bisher im blog vorgestellten, gesäuberten 4-spur aufnahmen.
Samstag 20. Dezember 2008, 03:47
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heiza lag bei rupprecht in der badewanne. das wasser war hellgrün und dampfte. er schaufelte mit der hand eine kleine welle über seinen bauch, mein bauch ist schön, dachte er. auf der strasse fuhr eine einzelheit vorbei. die einzelheit war ein auto. das machte ihn fertig, aber es geschah nichts, ich bin ja ziemlich daneben, dachte er, er dachte es ruhig. er liess sich in das heisse wasser einsinken, nur noch die augen und die haare und die dicken knie schauten heraus. dann war eine zeitlang nichts los. (peter glaser/niklas stiller, der grosse hirnriss, rowohlt taschenbuch verlag hamburg, april 1983)
wer sich generell für situationen interessiert, in denen eine zeitlang nichts los ist, sollte sich einen ausschnitt aus ar/gee gleim s film geh (1979) gönnen.