xao seffcheque und die pest: sternhagel raffmix (1980, unveröffentlicht)
Freitag 19. Dezember 2008, 19:22
Abgelegt unter: Musik

düsseldorf calling!

zur befriedigung gehobener ansprüche an die festlichen musikbeiträge vom legendär schlechten denk daran sampler greife man 28 jahren später einfach nach diesem neulich wieder aufgefundenen bandrest, der bei sichtung alter archivmaterialien aus dem hause seffcheque von einer dreckigen spule hing und beim abspielen schwer staubte, bevor er dieses tief vergrabene kleinod zu neuem, wenngleich noch unabgemischten leben freigab, hust.

in der zelle sind die erzeuger besagter töne originell plaziert von links nach rechts:

xao seffcheque, andreas brüning, rainer mackenthun und frank mahrt aka

sternhagel raffmix



freunde der nacht: kult (1983, pesthauch des dschungels-sampler, park platten, park 002)
Donnerstag 18. Dezember 2008, 12:41
Abgelegt unter: Musik


fotos: ar/gee gleim

kult



mittagspause: schnurgelbiefel nomix (1980, rondo-sessions)
Mittwoch 17. Dezember 2008, 10:36
Abgelegt unter: Mittagspause-Retro-Box

mipau sollten im sommer 1981 spontan und unangekündigt nach fehlfarben und wieder vor daf in der düsseldorfer philipshalle bei einem von alfred hilsberg organisierten festival ihre üblichen drei musterstücke (in der tat, deutschland, x-9200) zum besten geben, aber es wurde nicht mehr daraus, als dieses foto, das uns zeigt, während wir mit den senfbeschmierten instrumenten der fehlfarben, die irgendwie mit publikumsübergriffen zu kämpfen hatten, in bereitschaft stehen und auf unseren auftritt warten, der aus veranstaltungstechnischen gründen eine minute später abgesagt wurde.

mit dem stück schnurgelbiefel hat das foto nur insofern zu tun, als dass wir uns dort seit den rondo-sessions das erste mal wiedergesehen hatten.

schnurgelbiefel nomix



padeluun: glocken der heimat (aus: rawums, texte zum thema, 1984 kiepenheuer & witsch, köln)
Dienstag 16. Dezember 2008, 20:37
Abgelegt unter: Text

hinten in dieser von peter glaser herausgegebenen anthologie steht bei autoren folgender text unter padeluun:

postfach 30 1705, 1 berlin 30, arbeitet z. zt. an dem filmprojekt glocken der heimat und am preisauszeichnungssystem vidicett/viditag, sowie am subotnik-musikprojekt messinghof, ausserdem musikprojekt subiaco/montecassino

das klingt bedeutend, ehrenhaft und interessant, - genau wie padeluun s ideensammlung für einen wichtigen film (von dem ich nicht weiss, ob er je realisiert wurde):

padeluun-glocken-der-heimat



diederichsen liest kippenberger: lieber doc (2007, aus >wie es wirklich war<)
Dienstag 16. Dezember 2008, 13:42
Abgelegt unter: Text

lieber doc



der plan: die töne (1979, shvantz-festival, frankfurt)
Dienstag 16. Dezember 2008, 13:15
Abgelegt unter: Musik

die töne



monroe: blechtrommel nomix (1980)
Sonntag 14. Dezember 2008, 22:28
Abgelegt unter: Musik

 

blechtrommel



vorsprung: weisses trauma (1980, denk daran-sampler, überblick records, sm 001)
Sonntag 14. Dezember 2008, 10:16
Abgelegt unter: Musik

weisses trauma



ch-bb: mau mau (1981)
Sonntag 14. Dezember 2008, 00:39
Abgelegt unter: Musik


Eine Serie von vier unscheinbaren Audiokassetten mit einfarbigen Beiblättern - schwarz, rot, blau, silbern -, verpackt in handelsüblichen Klapphüllen mit altmodisch-schwarzem Rückteil (nicht jene komplett transparenten, die irgendwann in den späten 80ern modern wurden). Auf dem Coverrücken per Schreibmaschine lediglich mit dem kryptischen Titel CHBB und dem Veröffentlichungsjahr 1981 versehenen. Damals erschienen im Monatsabstand und in einer Auflage von jeweils 50 Exemplaren, um über Rainer Rabowskis Kassettenlabel Klar80 an eine (ziemlich marginale) Öffentlichkeit vertrieben zu werden. Vier jeweils knapp zehnminütige Tonträger, die vermutlich nur aufgrund ihres apokryphen Erscheinungskontextes heute nicht als Klassiker der elektronischen Tanzmusik gelten.

CH und BB – dieses Kürzel steht für Chrislo Haas und Beate Bartel.

Chris Haas kam nach einem Studium an der Grazer Musikhoschschule (Saxophon, abgebrochen) gegen Ende der 1970er nach Düsseldorf, um an der Seite von Mike Hentz mit der Performancetruppe Minus Delta T die Grenzen des Musik- wie auch des Kulturbetriebs auszuloten. Mit Haschisch aus Holland finanziert er einen Korg MS-20 samt Sequencer, schließt sich der Deutsch-Amerikanischen Freundschaft an und haust mit der Band während deren Londoner formative year in Kellerverschlägen – die in jenen Tagen auf Mute erschienene erste DAF-Single credited ihn unter pittoresk-teutonischen Pseudonym „Ludwig Hass“. Als die Gruppe auf der Schwelle zum großen Durchbruch zerfällt, um sich als (verstärkt marktorientiertes) Duo neu zu erfinden, gibt es für Haas keinen Platz mehr: er sei „zu undiszipliniert“ (Gabi Delgado-Lopez). Kurzerhand setzt man den „stinkigen Sack“ (Robert Görl) auf die Straße.

Die ausgebildete Tontechnikerin Beate Bartel begann ihre musikalische Karriere als Bassistin bei der Berliner all-girl-group Mania D, einem der wenigen deutschen New Wave-Acts, die – ähnlich den frühen DAF - damals als von internationalem Format rezipiert wurden. Überraschenderweise ist für die Gruppe jedoch bereits nach einer einzigen Single Schluss: Bartel verlässt ihre Kolleginnen, um sich mit dem soeben bei der DAF rausgeflogenen Haas in Düsseldorf als „Pärchenband“ (Gudrun Gut) zu versuchen.

Das musikalische Konzept – rhythmusfokussierte elektronische Tanzmusik – bringt Haas aus seinen Tagen bei der DAF mit, doch an die Stelle des aggressiven Machismo tritt abstrakte Eleganz, ja - Sinnlichkeit. Als erste Konsumprodukte entstehen die oben genannten Kassetten, bald gefolgt von einer heute klassischen LP unter dem Bandnamen Liaisons Dangereuses. Doch während diese Platte, die sich teilweise etwas mehr am konventionellen Songformat orientiert, inzwischen (zu Recht) als Meilenstein auf dem Weg zur modernen Clubmusik gilt, sind die radikaleren Vorarbeiten – weit mehr als bloße Skizzen – bis heute mangels breiterer Verfügbarkeit lediglich einem absoluten Nischenpublikum vertraut.

Ein gegen Mitte der 1980er verfasstes Plädoyer des Spex-Kassettenkritikers Michael Tesch für eine Vinylveröffentlichung der Tapes blieb fast 15 Jahre unerhört; erst im Jahre 1998 wurde die gesamte Kassettenserie durch das mysteriöse Label „Doppelspaltplatten“ als unautorisierten LP gepresst. Die limitierte Auflage des Bootlegs - 100 Stück, von Hand nummeriert - war jedoch allzu schnell vergriffen, und einzelne Exemplare werden heute zu deutlich dreistelligen Preisen gehandelt. Dank moderner Informationstechnologie muss allerdings niemand einen Kredit aufnehmen, um in den Genuss der CHBB-Tracks zu kommen. Möglicherweise genügt bereits ein Blick in einschlägige Internet-Tauschforen…

Wie ist es den Protagonisten seither ergangen? CH fand sich nach unstetem Weg durchs Indie-Business der 80er schließlich konsequenterweise beim Berliner Techno-Label Tresor wieder, zahlte aber tragischerweise 2004 den Preis für einen allzu exzessiven Lebenswandel. Sein defekter Korg MS-20 wurde vor einiger Zeit auf Ebay feilgeboten. BB hat ein Profil auf youtube und arbeitet bereits seit einigen Jahren an einem offiziellen Reissue des CHBB-Materials, das aber leider nach wie vor auf sich warten lässt.

Hagen Weiss, 2008

(Alle wörtlichen Zitate wurden dem Doku-Roman „Verschwende Deine Jugend“ von Jürgen Teipel entnommen)

mau mau



salopp: hier ist es ruhig (1980, finger für deutschland, ratinger hof)
Samstag 13. Dezember 2008, 15:14
Abgelegt unter: Finger fuer Deutschland

der hof war noch halb leer, da traten vier junge, schüchterne herren auf die bühne: salopp. nervös, es war ihr erster öffentlicher auftritt, wurden erstmal ne weile die instrumente abgecheckt und die jungs wurden immer einsamer auf der bühne. aber endlich gings doch los: salopp-musik, der gruppenname trifft es wirklich: nett, vorsichtig, ein wenig reggae, ska, ein wenig rock’n'roll, nicht schlecht, aber brav vorgetragen. alles im takt, keine aufregung. der schlagzeuger fiel etwas raus, hatte schwierigkeiten seine jazz-rockigen trommelwirbel unterzubringen. eingeübte songs, möglichst sauber runterspielen, hiess die devise. alles in allem ganz gut, aber die sache hatte halt keinen biss.
(stoya in spex 3/1980)

hier ist es ruhig