Donnerstag 26. Februar 2009, 00:15
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wie man aus dem werbeprospekt erfährt, handelt es sich hierbei um: “ein fanbuch - aber nicht nur ein fanbuch” - und das stimmt genau, weil es bei den songtexten um janies zweites buch im programm dieses jungen und aufstrebenden verlages aus düsseldorf geht.
ab mitte märz können also nicht nur fans einige mipau-texte, viel family five-material und volle kanne fehlfarben-lyrics am kamin schmökern:
warum janie diesen song nicht mag und auf dem cover so seltsame schuhe trägt, bleibt jedoch bis zu seinem übernächsten buch geheim…
Mittwoch 25. Februar 2009, 12:39
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fotos: ar/gee gleim
lied vom verlorenen wort
VOM VERLORENEN ZUM WIEDER ERLANGTEN WORT
Nach der Veröffentlichung von “Ja – Nein – Vielleicht”, die sehr gute Kritiken hatte, auch oder eben genau weil diese LP erstmals keine Satire, sondern wirklich “Musik aus Musik” war, fühlte ich mich etwas orientierungslos, wie es mit mir und der Musik weiter gehen könnte und sollte.
Zum einen war absehbar, dass der NDW-Boom sich mehr und mehr auf die große Plattenindustrie verlagern, und damit bald zu seinem (verdienten!) schmählichen Ende kommen würde. Davon blieb natürlich auch die Platenfirma SCHALLMAUER nicht verschont, die nach dem Motto “Scheiße an die Wand klatschen und gucken, was kleben bleibt” Scheibe um Scheibe raus knüppelte, nachdem sie mit “Sehr gut kommt sehr gut”, der KFC-LP “Letzte Hoffnung” und vor Allem mit der “NICHTS”-LP das Geld erstmal gar nicht so schnell zum Studiofenster raus schmeißen konnte, wie es rein kam.
“Ja – Nein – Vielleicht “ startete nach dem Erfolg von “Sehr gut kommt sehr gut” mit 5.000 Exemplaren, die aber entgegen unser aller Hoffnungen nicht wirklich rasant weg gingen, ungeachtet der positiven Rezensionen, Einladungen auch zu “seriösen” Radio-Sendungen und der nach wie vor bestehenden Popularität meiner Person, die durch meine Arbeit für SOUNDS , ÜBERBLICK, und inzwischen auch SPEX gestützt wurde. Die Rieger-Bros von SCHALLMAUER setzten auch nicht mehr so sehr auf Leute wie mich oder Tommy Stumpff, sondern mehr auf jene Bands, die NDW-like daher kamen, von SYLVIA, SILVIE & DIE AWACS über NICHTS bis hin zu ÖSTRO-430, die sich schon immer etwas poppiger definierten und anderen, zum Teil schlimmen Projekten, die zu Recht nicht mal jene mehr finden werden, die irgendwann unter dem ganzen radio- und fernsehaktivem Schutt nach der Geisteshaltung dieser Epoche wühlen müssen.
In dieser Phase Ende 1981 nahm ich bei Albertini & Grube, die so etwas wie das Hausstudio für SCHALLMAUER waren, einige Tracks auf, teilweise noch basierend auf Sequenzer-Out-Takes der letzten beiden LPs, teilweise wechselseitig infiziert mit und durch Chrislo Haas, der zu diesem Zeitpunkt zusammen mit seiner Freundin in der Kellerwohnung Brunnenstraße 62 in Düsseldorf bei mir hauste und werkelte, teilweise aber auch schon jene Ideen vorweg nehmend, die ich später zusammen mit Janie J. Jones a.k.a. Peter Hein mit FAMILY FIVE umsetzen konnte.
Ich war selbst unentschieden, wohin ich mich bewegen sollte: Mit Pop kokettierender Avantgardist oder avantgardistischer Popmusiker? Elektronisch kontaminierter Dance/Funk für Fortgeschrittene oder waviger Roughsound ohne Rücksicht auf Verluste? Was wäre, wenn Hitler den 2. Weltkrieg nicht gewonnen hätte? Ent oder weder?
Denn gleichzeitig begann ich auch, gemeinsam mit Janie, einen Song aus “SEHR GUT KOMMT SEHR GUT” zu bearbeiten: “Bring Deinen Körper auf die Party”. Was zur Geburtsstunde von FAMILY FIVE wurde, ohne dass wir das auch nur ansatzweise so ernst nahmen, wie es dann für die nächsten 27 Jahre wurde (6 Alben, 3 Mini-Alben, 3 Maxi-EPs, 9 Singles, ein halbes Dutzend CD-Re-Issues, über 30 Sampler-Tracks etc.).
“Vom verlorenen Wort” war also noch der Phantasie geschuldet, eine Solo-Karriere als Musiker durchzuziehen, frei nach dem Da-Vinci-Code “Das Experiment irrt nie, es irren die Urteile!”
Die Idee zu solcher Musik hatte zwar nach wie vor Einiges für sich; was mir aber partout spätestens nach der Aufnahme zu diesem Stück saukrass auffiel: Ich mochte meine Gesangsstimme nicht, fand sie zu unvariabel, zu unbeweglich. Zudem fiel mir auf, dass mir textlich zu wenig einfiel. Der Titel “Vom verlorenen Wort” war da einfach eine dreiste Flucht nach vorne. (Es sollte in der Tat fast ein Vierteljahrhundert dauern, bis ich wieder allein einen Songtext schrieb, der mir auch selbst wirklich gefiel: “Zu spät” auf dem letzten FAMILY FIVE-Album “Wege zum Ruhm”, 2004).
Da ich aber keine Lust hatte, pure Instrumentalmusik zu machen und anderen Sängern – mit Ausnahme vielleicht von Julie Jigsaw, die jedoch ein eher flüchtiges Ereignis in meinem musikalischen Leben bleiben sollte und Mike Hentz, den ich hier wohl auch (unabsichtlich) nachempfand – diese meine Musik nicht so einfach zumuten wollte, war dieses Lied gleichzeitig auch das Ende meiner Solo-Laufbahn.
Erst 2006 lebte sie – ‘türlich wieder satirisch – erneut auf, als ich für einen Gunter-Gabriel-Tribute-Sampler eine zynische Paraphrase zu “Hey Boss, ich brauch mehr Geld” (gemeinsam mit Ralf Schienke, Ex-DIE PROFIS) aufnahm, die es später dann sogar auf den Jahresbesten-Sampler des MusikMags ROLLING STONE (sic!) schaffte.
Aber da war das Wort bereits endgültig verloren…
Mittwoch 25. Februar 2009, 00:23
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zonker gab mir dieses foto 1978 für den ostrich; irgendwas sollten wir auf seinem wunsch über ihn schreiben, - was aber nie geschah, und so wurde das bild damals nicht veröffentlicht. man hätte sowieso nichts darauf erkannt, in schwarzweissdruck ungerastert, - und so unterblieb zonkers erster versuch, an die öffentlichkeit zu treten, was aber nicht verhinderte, dass wir miteinander bekannt wurden, im damals überschaubaren freundeskreis neuer musik, der sich an sonst öden abenden im ratinger hof zusammenscharte wie eine herde schüchterner möchtegern-outlaws.
zu den mehr oder weniger revolutionären signalen des aufstands gehörte unsere verschobene ästhetik, deren höhepunkte im zurschautragen von pickeln (dildo), bart (markus oehlen), gelben beinen (janie), entenarsch (monroe), schmatzen (ralf dörper) und frikadellengeruch (ramon luis) gipfelten;
zonker hatte fettige haare und ein gesicht, das erst auf späteren fotos in seinem natürlichen ausdruck festgehalten wurde, ausserdem trug er eine lederjacke ohne badges und erzählte beim ersten treffen sowohl von geisteskranken, als auch von “tensiden”, - letzteres waschmittelinhaltsstoffe, die er mit bläschen in den mundwinkeln und einem irren funkeln in den augen erwähnte, so dass ich dieses wort bis heute im gedächtnis behielt.
dazu passt auch ganz gut ein kleiner streich, den wir ihm im frühjahr 78 an einem lauen freitagabend spielten: es gab im ratinger hof über einen hippie lsd zu kaufen, rote sternchen; während dieser zeit erschien als beilage zur apotheken-rundschau plötzlich ein probepäckchen mit kleinen tabletten, die sich beim kauen an schlechtgeputzen zahnstellen rot färbten, - ein dämlicher test a la “wie gut ist ihre zahnbürste wirklich”, - wovon wir zonker, der noch nie lsd genommen hatte, eine pille aufschwatzten, die er einnahm und auf unser anraten eifrig kaute, um die drogenwirkung schneller freizusetzen.
ich weiss nicht mehr, ob einige von uns an diesem abend wirklich auf lsd waren, zonker hatte jedenfalls knallrote zähne ohne es für längere zeit selbst zu bemerken, er sah aus als hätte er einen rohen säugling verspeist, lachte aber aus vollem hals mit uns, weil er dachte, das lsd beginne zu wirken…
…wir waren definitiv sehr fies zu ihm, aber er vertrug es gut und wurde nicht sauer: eine seele von mensch, würde ich heute sagen.
zonker davidsons nachfolgende machenschaften sind mir allerdings nur noch vom hörensagen her bekannt.
Dienstag 24. Februar 2009, 11:01
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diese übertragung (von der es inzwischen sicher irgendwo eine dvd gibt) verfolgte ich mit überspielkabel zwischen fernseher und rekorder und erhielt ein tondokument, das zeitweise zu den meistgehörten aus der eigenen sammlung zählte:
leider wurde der grösste teil der cassette später gelöscht, aber zum geretteten rest gehört die mitreissende version eines frühen klassikers:
Sonntag 22. Februar 2009, 00:23
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das ist eine vergessene band aus essen, die sich im frühjahr 1975 formierte und laut karin dreier die einzige existente telepathische verbindung zwischen velvet underground und der grugastadt zur prilblumenzeit repräsentiert wie nichts anderes.
folgende töne entführen uns in zeiten und räume, in denen songtexte geheimnisvoll sind und musikausübung ohne blockflöte als mondänen gilt.
die unwiderstehliche romantik des vergeblichen steigt wie zarter duft aus diesen originaldokumenten, für die ich karin und reinhard an dieser stelle herzlich danke. (leider hat meine tastatur kein peacezeichen…)
Samstag 21. Februar 2009, 02:30
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Wir haben damals bei diversen Privatparties in Dortmund
gespielt, einmal sogar auf einem Sattelschlepper-Anhänger als Bühne.
Bei irgendeiner Geburtstagsfeier in Dortmund-Dorstfeld versagte
Teds Tasteninstrument und er warf es kurzerhand (während wir spielten!) aus dem Fenster, welches aber glücklicherweise offenstand. Das Ding landete draußen im Hof und zerplatzte einfach.
Die Überreste sind auf dem Foto zu sehen. Ich
weiß auch garnicht, was das für ein Ding war - irgendeine Mischung
aus Synthi, e-Klavier und Orgel oder sowas.
Donnerstag 19. Februar 2009, 20:39
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im zarten alter von 16 jahren schleppten ramon, mayer und ich eine jutetasche mit kassettenrekorder und einen fotoapparat zu diesem konzert, um den voraussichtlich einzigartigen moment der ersten begegnung mit einem der grossen musikalischen ziehväter unserer generation für immer zu konservieren.
leider hing die tasche zu tief über einer stuhllehne, so dass neun zehntel der aufnahme aus dumpfem geboller besteht, mit ausnahme der zugabe, bei der wir nach vorne liefen und mehr schall in die jutetasche bekamen.
das resultat war eine kassette, die wir über kleinanzeigen im ostrich verkauften, oder gegen ähnlich schlechtklingende selbstgemachte überspielungen anderer bootlegs eintauschten, und das ist der einzige halbwegs hörbare ausschnitt daraus:
Montag 16. Februar 2009, 13:14
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damals sprach man noch nicht von freilandhaltung.
das letzte frei herumschwirrende europa - stück wird zur komplettierung ihres gesamtwerkes neben seine bereits hier anwesenden brüder und schwestern in den rondoblog gesperrt: