neat: moderne welt (1987)
Freitag 17. April 2009, 19:18
Abgelegt unter: Musik

Aus der Zeit weiß ich auch nicht allzuviel, ich war ja bei den 
diversen ST42 Inkarnationen, den Clox und bin dann ‘83 nach 
Düsseldorf gezogen.

…das mit “87″ kann eigentlich so nicht stimmen, jedenfalls wurden die 
Songs alle so um 1980/82 herum geschrieben - wahrscheinlich stammt 
bloß die Aufnahme von 87.

Anfang der 80er sah die Besetzung jedenfalls so aus:

Martin “Machina”: Gesang, Geige
Uli “Megick Dick”: Gitarre
Chap T. Bayer: Gitarre
Paul: Bass
Ted Lachmann: Keyboards
Parker: Drums

moderne welt

:

Die Aufnahme ist von 1987.
Es gab davon eine 6-track Cassette in 100er Auflage, die über Idiots Rec. verkauft wurde.

3 Songs recorded in 87:
Moderne Welt,
Verlassene Zimmer,
Ich Pilze.

3 ältere Songs(Proberaum/live):
Kill/Fight,
Notzucht,
Wattstr.

am nachträglich guten klang ist tom morgenstern schuld.
fotos und allmählich einsetzende erinnerung kommen von ralf zeigermann und paul, - danke!



psychotic tanks: lsd rain (1981/2009 rondo sessions)
Donnerstag 16. April 2009, 13:51
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foto ar/gee gleim

mit 48 gehört lsd zu den unerklärlich eindrucksvollen schimären, die mir aus längst verschwendeter jugend sowohl in märchenhafter, als auch in  schrecklicher erinnerung blieben: die psychotic tanks tauchten 1981 mit einem glas voll durchsichtiger flüssigkeit im studio auf, von dem björn vor nicht allzu langer zeit versicherte, es sei flüssiges lsd gewesen (kein meskalin, - wie ich 28 jahre lang geglaubt hatte), - das wir uns vor beginn der 12 - stündigen aufnahmesession teilten.
zu den diversen merkwürdigkeiten, die im laufe dieses tages noch passierten, gehört u.a. die erste und einzige nikotinvergiftung meines lebens, die ich mir bei diesen aufnahmen durch zwei schachteln gitane und keinen sonstigen schluck flüssigkeit hinter meinem winzigen 4- spur mischpult zuzog. 

lsd rain



jürgen teipel: interview franz bielmeier (1998, teil 3)
Donnerstag 16. April 2009, 00:28
Abgelegt unter: Text

das festival, um das es am anfang geht, war natürlich mont de marsan im sommer 1977, und der lou reed - zwilling war damals gitarrist bei little bob story.

der dritte teil eines von vielen interviews, die schliesslich zu diesem buch führten:

das seinerseits die kunsthalle düsseldorf zu einer ausstellung inspirierte, bei der die museumswärter aufgrund einer anregung von mir wiederum historische badges trugen:

  



matti dochat: punkrock 2009
Mittwoch 15. April 2009, 12:29
Abgelegt unter: Text

Punkrock 2009 - Leichenfledderei

Punk war ansich in dem Moment gegessen, wo es klar definiert und abgesteckt war, sprich: in Großbritannien spätestens 1978, in Deutschland dann 1979. Aber allerspätestens!
Man munkelt, bei Punk geht es um Aufruhr, Rebellion, Individualität und Freiheit - alles Quatsch! Es geht dabei um folgendes:
1. Kohle) Na klar, was denn sonst? Eigentlich geht es überall immer nur um Kohle. Mit Punk lässt sich immer noch eine Menge Geld scheffeln. Sogar im Mainstream; warum würden die ganzen Popper und Chabos sonst mit Nietengürteln und Möchtegern-Schmalz-Iro rumrennen?
2. Uniformität) Gerade Subkulturen werden extrem von Dresscodes und klar definierten Äußerlichkeiten geprägt - und was könnte uniformer sein? Mal ehrlich, wir sehen doch echt alle gleich aus.
3. Den harten Macker markieren) Gilt nicht für alle Punks, aber für viele schon.
4. Saufen und Party) Genau wie bei Stammtischbrüdern, Prolls, Studenten, Schülern…. hier hat Punk nix mit Inhalten zu tun, sondern dient einfach nur als Partyzone für einen bestimmten Musikgeschmack, dafür braucht man ansich keine abgeschottete Gruppe.
5. Moralische Sicherheit) Genauso wie der Fromme Betbruder in seiner Gemeinde, der Fußballproll in der Fankurve oder der Student in seinem “Szenecafé” (wo fortwährend Blumfeld, Madsen und Tocotronic läuft) suchen auch wir Punks eigentlich nur in einer Gruppe mit festgesetztem Wertemuster nach Bestätigung und Sicherheit, nach moralischem Halt und Verlässlichkeit. Nichts anderes erfüllt auch ein Schützenverein oder eine Burschenschaft, traurig aber wahr. Und zu guter letzt, besonders wichtig;
6. Schubladendenken) Ihren Zusammenhalt erlangt die Szene insbesondere durch akribische Abschottung sowie extreme Intoleranz nach außen, vor allem aber auch extreme Intoleranz im Inneren! Unser Denken wird bestimmt von Stereotypen, Klischees und festgefahrenen Meinungen, die keinerlei Spielraum für Zwischenräume kennt. Schwarz oder weiß, mehr gibbet nicht! Eine klare Aufteilung in Gut und Böse, die für alles eine passende Schublade zur Verfügung hat. Was dann doch nicht eindeutig in eine der Schubladen passt, kommt auf den “Ganz böse-Stapel”.
Auch wenn diese Wertemuster und Schubladen je nach Subgenre wechseln, so lässt sich doch das Grundprinzip auf alle Subszenen übertragen.

Was lernen wir daraus? Punk bekämpft nicht die angepasste Mehrheit, das Spießertum oder die bürgerliche Welt - es bietet eine noch spießigere Alternative. Punk ist erzkonservativ und historisch gefestigt.
Punk 2009 - ein tief reaktionäres, engstirniges Spießergefüge in sich!
Amen.

abenteuer & freiheit



adolf & eva: supermen (raffmix, 1981)
Dienstag 14. April 2009, 13:13
Abgelegt unter: Musik

eigentlich wusste so gut wie niemand von unserem doppelleben als adolf & eva, das wir neben konzertveranstaltungen, familienleben und plattenproduktionen für rondo bei seltenen gelegenheiten im 4-spur-keller führten, wobei wir uns ganz den grundsätzlichen themen der 1000-jährigen pop-geschichte und ihrer aktuellen auffrischung widmeten, was aber ausser auf einem weihnachtssampler nicht an die damals schlecht vorbereitete öffentlichkeit gelangte.

dank guter basisarbeit kann man das allerdings nachholen, und weil mir gestern beim graben im digitalen heuhaufen der versteinerte abdruck einer ehemals zu provokativen zwecken genutzten stecknadel in die hände fiel, gibt es für feinschmecker die völlig unbehandelte, naturbelassene version dieses niemals erschienenen stückes, dessen pompöses original bereits seit längerer zeit hier schläft.

supermen raffmix



ar/gee gleim: glasmusik, zimt: spiel mit mir/tanz mit mir (1983, dilett - cassettensampler 1)
Montag 13. April 2009, 20:19
Abgelegt unter: Musik

do it yourself bedeutete 1983 ungefähr, das anhören erfordert mehr arbeit, als die herstellung der aufnahme.

hinter dem handcolorierten cover verbirgt sich eine einseitig bespielte c-60 cassette, die in den letzten 26 jahren nicht allzu oft gelaufen sein dürfte und deshalb in karin dreiers archiv über den zeitgeistwandel und den perfektionismus der letzten zweieinhalb dekaden hinweg gerettet werden konnte.

herausgepickt zwei stücke, deren interpreten zwar mit a und z beginnen, die aber trotzdem nicht repräsentativ für den rest des samplers sind:

ar/gee gleim:

glasmusik

und die erfindung von free lounge durch zimt:

spiel mit mir/tanz mit mir



unbekannt: mystery track (1980, finger für deutschland)
Montag 13. April 2009, 10:32
Abgelegt unter: Finger fuer Deutschland

am ende von spule zwei der finger für deutschland - aufnahmen befindet sich ein ominöses stück, von dem keine information vorliegt, ausser dass es nicht live gespielt wurde.

es handelt sich dabei um ein elektronisches schmankerl für minimalisten, die es bis zur sechsten minute aushalten, - dann geht es richtig los.

mystery track

sachkundige spekulationen sind dazu herzlich willkommen!



roderick falconer: rock city (1977, victory in rock city, united artists lp ua-la777g
Sonntag 12. April 2009, 19:10
Abgelegt unter: Musik

als diese platte 1977 in den regalen auftauchte, studierte ich das cover und beschloss, sie zu kaufen, weil mir diverse geschmacklose einzelheiten daran als spätfolge von glam extremen trash signalisierten, wie zb das incover

 

oder das prägedruck - logo von der lp - rückseite, das weiter unten zu sehen ist.

leider stellte sich die musik als zu konventionell für die mad - artigen ideen heraus, die roderick falconer zu seinem nie stattfindenden siegeszug verhelfen sollten:

rock city

rock city 2

vielleicht wäre er besser als roadie bei den dictators untergekommen?

jedenfalls gibt es noch zwei weitere lp’s von ihm, die ich leider nicht kenne.



pvc: today red tomorrow dead (august 1977, live im übungsraum)
Sonntag 12. April 2009, 12:57
Abgelegt unter: Musik

 

 

das folgende ist ein abschnitt aus einem unveröffentlichten manuskript von gerrit meijer, dem gitarristen der berliner band pvc, die in der frühzeit des deutschen punk schon symptome der globalisierung zeigte und wegen ihrer rock-orientierten musik mit englischen texten damals von vielen zeitgenossen nicht anerkannt wurde:

 

August 1977:

 

…Tags darauf treffen die Vibrators in Berlin ein . Meuche stellt uns gegenseitig vor . Dave und Dill, die Roadies , schaffen ihr Equipment in die Lützowstrasse . Bevor sie den Übungsbetrieb aufnehmen  , schauen sie auch mal unserem Treiben zu . Gefragt , ob sie ein paar Stücke auf unserer Anlage spielen dürfen , stimmen wir natürlich zu . Ganz cool , ohne jedes Pathos , bieten die Vibrators eine konzertreife Performance . Der unterschied zwischen Probe und Ernstfall , ist quasi aufgehoben . Jeder von uns begreift sofort , das dies die art und weise ist wie man es machen muss . Befindlichkeiten , wie schlechte Tagesform und ähnliche Entschuldigungen , gelten nicht mehr . Voller Einsatz wird Pflicht !

Zu Knuts Bekannten aus dem schwulen Milijö gehört Barry Graves , Musikredakteur beim RIAS . Am Puls der Zeit , wie er ist und als Moderator einer eigenen Sendung auch sein muss, interessiert er sich für alle neuen Musikströmungen . Durch sein Angagement bekommt PVC eine Stunde Sendezeit , in seiner Sendung „ Graves by Night „ . Kurz vor unserem ersten Gig hatte er bereits ein Interview mit uns im Übungsraum geführt , was aber noch nicht ausgestrahlt wurde . Irgendwie müssen jetzt Radiotaugliche Aufnahmen her . John Ellis

( Vibrators ) bietet sich an fünf Demos mit uns zu produzieren . Zu diesem Zweck finden wir uns am 20.08.77 in der Lützowstrasse ein um folgende Titel live einzuspielen .  Oh No Not Again  - I Wish I Could Die - Accident - Spotlight Kid und Jailed And Damned . Vier davon , außer I Wish I Could Die , werden gesendet . Alzu geschickt stellen wir uns während der Interviews nicht gerade an . Aber was soll’s , 60 Minuten Sendezeit sind 60 Minuten Promotion und schlechte Promotion ist besser als gar keine Promotion . Mit „ Ein Hauch von Punk „ ( Titel des Programms ) sticht Graves in ein Wespennest und handelt sich sehr viel Ärger beim RIAS ein .

Der Dialog mit den Vibrators gestaltet sich immer intensiver . Des öfteren laden sie uns in ihre Wohnung in der Kurfüstenstrasse ein . Die Storys die sie zum besten geben sind teilweise hanebüschend . So erfahren wir z.B. das alles was die Plattenfirma iniziiert von den Gagen abgezogen wird – das die Roadies bisweilen , mehr Geld zur Verfügung haben als die Band selbst . Hier in Berlin bekommt jedes Gruppenmitglied , 100 DM Taschengeld die Woche ( das auch verrechnet wird ) Vor einer Tour mit Iggy Pop mussten die Vibrators , dem Management von Iggy , ihr gesamtes Repertoire vorspielen . Danach wurde entschieden welche Songs sie spielen dürfen .

Zur zweiten Elvira Bach Party und zur Eröffnung des „Punk House’s“( erster Punkladen in Berlin ) am Lehniner Platz , gehen wir gemeinsam . Das Punk House , ehemals ein Tropicanaclub , schlägt nicht gerade wie ein Bombe ein . Pö-a-pö , finden sich einige Versprengte ein . Die meisten verswinden gleich wieder , weil sie mit der Musik nichts anfangen können . Nur etwa zwanzig hart gesottene frequentieren den Club regelmäßig . Nach zwei Wochen kommen Franz , dem Betreiber , erste Bedenken . In einer schwachen Stunde erwägt er sogar , das Konzept zu ändern und den Laden in „FunkHouse“ um zu benennen . Es bedarf einiger Überredungskünste unserer kleinen Schar von Punkanhängern , ihn davon zu überzeugen , durch zuhalten .

Angestachelt durch die John Ellis Demos , sind wir ganz scharf darauf , das gesamte Repertoire in der gleichen Art und Weise aufzunehmen . Dave und Dill , sagen , da John keine zeit hat , ihre Unterstützung zu . In drei Sessions , zwischen Ende August und Anfang September , entstehen 32 Aufnahmen von 20 Songs . Heinz , der schon unseren ersten Gig gemixt hat , schaut ihnen dabei über die Schulter um möglichst viel von den Geheimnissen der Tontechnik mit zu bekommen . Die Unprofessionalität mit der das Ganze gehandhabt wird ( auch Dave und Dill sind keine Tonings ) tut dem Enthusiasmus keinen Abbruch . Ob nun das Stereopanorama völlig schräg ist , der Gesang nur rechts , die Instrumente nur links sind , ist uns dabei scheißegal . Zählen tut nur das Energielevel .

today red tomorrow dead

die offizielle pvc - homepage ist hier.

 

das material hat chris baumjohann dank seiner tollen kontakte vermittelt.



tete a tete: nie (1983, cassetten-ep)
Samstag 11. April 2009, 00:11
Abgelegt unter: Musik

wir bleiben in köln: new wave pop mit unverständlichem, aber hintergründigem text von tete a tete, - vielversprechend, lange verschollen und frisch exhumiert: 

nie

das foto zeigt dolly boyne (voc, sax), klaus quirl (dr), ramon luis ( guit, voc) und detlef mayer (b). unsichtbar ist zusätzlich noch dietmar bonnen an der orgel.