david bowie: sister midnight (1976, the mainman and the mainline, the vancouver rehearsals)
Dienstag 31. März 2009, 23:01
Abgelegt unter: Bootlegs

wenn man es nicht selbst erlebt hätte, würde man es heute nicht für möglich halten: dieser mann zog einst tatkräftig an strippen, mit denen die glocken der neuzeit eingeläutet wurden.

sister midnight schrieb er 1975/76 gemeinsam mit iggy pop, auf dessen idiot-lp es schliesslich erschien.

da es keine offizielle bowie-version davon gibt, - dafür aber vielleicht noch einige glamrockfreunde, die den frühen testlauf des späteren iggy pop-hits mit zustimmung goutieren würden, können ihn jene durch anklicken der unspektakulären taste unterhalb dieser zeilen zum ertönen bringen. 

david bowie hat es verdient, dass es blogs wie diesen gibt, wo man sich die ohren mit sämtlichen konzerten, die er in seiner grossen zeit gab, lückenlos füllen kann.

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13 Kommentare
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War zu dieser der Glam Rock nicht schon Geschichte?

Kommentar von ghee 04.01.09 @ 12:56

War zu dieser ZEIT der Glam Rock nicht schon Geschichte?

Kommentar von ghee 04.01.09 @ 12:57

schon, aber seine auswirkungen leiteten über in punk. bowie ging zb 1976 nach berlin, wenn das kein zeichen für seinen stimmungswechsel war, was dann? glamrock war nicht nur sweet und mud, - er hatte sogar inhalte, die seine blütezeit überdauerten, wie das kabaretthafte (geschlechts)rollen-spiel und die retro - stilmix - tendenz, etc. - also für mich war glam jedenfalls die letzte spannende sache vor punk.

Kommentar von franz 04.01.09 @ 14:44

dazu kommt, dass glam gleichzeitig mit dem beginn meiner pubertät stattfand. irgendwie waren alle so schön und out of reach, dass ich das alles mit sex verwechselt habe. sträflich vielleicht; - aber mir erschien bowie als symbol für (m)einen glanzvoll erigierten modernen schwanz und seine zukünftigen möglichkeiten.

Kommentar von franz 04.01.09 @ 15:24

sehr schön erklärt! bowie fand ich bis 1973/74 absolut großartig. danach erstmal nicht … bis low rauskam … in der zwischenzeit hatte mich dann bereits patti smith umgehauen, sodass die von dir geschilderten biologischen phänomene bei mir in richtung new york (ab)gingen. in jedem fall tolle zeiten! aber let’s dance nehme ich ihm nach wie vor übel …

Kommentar von ghee 04.01.09 @ 16:05

…ist ja auch übel. eigentlich hörte es bei ihm aber schon mit >under pressure< auf. für meinen begriff hat sich dieser vormals geniale kleiderständer durch mainstream-belanglosigkeit in den 80ern und durch späteres hartnäckiges überleben in friseurmagazinen sogar rückblickend total entwertet. der mann fiel wirklich vom himmel in die ramschabteilung. positiv ist darin aber ein ganz grosser lernfaktor enthalten, vielleicht auf anderer ebene vergleichbar mit der entzauberung des geldes durch die moderne wirtschaftskrise.

Kommentar von franz 04.02.09 @ 12:02

stimmt. under pressure ist auch ganz furchtbar. vor allem wegen queen – der untergang des glam rock!

Kommentar von ghee 04.02.09 @ 15:47

Da sieht man mal, ich hab den früher nicht miterlebt und kenn den nur von heute, und ich finde den total schrecklich. Ich kann das als Jungspund überhaupt nicht nachvollziehen, dass der mal großartig gewesen sein soll. :D

Kommentar von MacDödel 04.04.09 @ 07:00

das grossartige an david bowie ist der effekt, den seine rolle als korrumpiertes leitbild ergibt: trau, schau: keinem für immer.
mit 15, 16, 17 war er mir stiltechnisch relevant. seine freundschaft zu iggy pop und lou reed machte ihn damals noch vertrauenswürdiger.koks, jet-set und transvestiten waren ausserdem noch nicht durchs fernsehen verbraucht, wie heute.

Kommentar von franz 04.04.09 @ 08:03

erschwerend hinzu kommt allerdings noch, dass david bowie bereits vorher (seit 1964) unter diversen anderen künstlernamen einige recht nette platten veröffentlicht hat.

Kommentar von ghee 04.05.09 @ 14:14

…die aber vor ihrer cd-re-veröffentlichung kaum jemand kannte.
bowies spätere duette mit mick jagger und tina turner plätten auch den vermeintlichen charme seiner frühen fehlstarts, wie ich finde…
es sieht dadurch im nachhinein so aus, als hätte er immer schon auf den grossen kommerziellen erfolg spekuliert. man hielt ihn vor eintreffen des selben für jemand anderes, das hat er immerhin geschafft.

Kommentar von franz 04.05.09 @ 15:20

habe mich ja früher mal ausführlichst mit diesen ganzen herrschaften beschäftigt. sogar zeitzeugen in london aufgespürt. david bowie und z. b. auch marc bolan waren definitiv schon ganz früh absolut erfolgsgeile mods.

Kommentar von ghee 04.05.09 @ 16:32

Das mit Bowie ist schon nicht ganz so einfach mit erfolgsgeile mods zu beschreiben.
Von The Man Who Sold The World bis Hunky Dory war es einfach nur gut und ist dann mit Ziggy was besonders geworden. Normalerweise wäre es dann vorbei gewesen.
Was dann kam war gut aber nicht wirklich von Dauer.
Aber LOW war wirklich NEU im Sinne von NEU, das heißt es hätte nur jemand neues, nicht David Bowie machen können. Es hat aber er gemacht und es war neu und mehr als gut. Das hört man heute nicht als Platte von 77 sondern weil mah LOW hören möchte.
Ich glaue auch nicht, dass er auf den kommerziellen Erfolg aus war, das wäre damals einfacher gewesen. Das war einfach nur LOW. Und LOW war das was seien musste. Das gepasst hat hat wohl jeden überrascht.
Als ich achtzehn war waren da auch Iggy Lou und Bowie. Und nicht ohne Grund ein stagename ein firstname umd ein secondname, der aber auch ein stagename ist.
Iggy ist un war und wird immer authentisch sein, Lou war immer der Mensch auf der Grenze den ichmich nicht traute, und nicht konnte, zu sein und Bowie, er ist und war eben das Zeichen am Himmel.
Bis nach Scary Monsters (and super creeps) danach war einfach erstamal vorbei. RCA war die hohe Zeit. Die Frage ist, wiviel Platten hat man noch gekauft. Ich hab natürlich noch lets dance gekauft und war in Bochum. Bis heute hab ich aber nicht die CD. Der Rest ist egal, oder nur auf nachfrage.

Kommentar von Hans 06.05.09 @ 22:56



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