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so weit ist es gekommen: bitte nicht darüber weinen!
so weit ist es gekommen: bitte nicht darüber weinen!
dort gibt es nicht nur eingefallene archive, sondern auch unversehrte dachkammern, kohlenkeller und besenschränke, in denen noch einige zeitdokumente ungeduldig auf ihre befreiung warten.
die beiden einträge unterhalb und oberhalb dieser kurzen nachricht gehören zum resultat von bereits stattgefundenen ausgrabungen im kölner raum und lassen die hoffnung auf neue, bald folgende aktivitäten nicht sterben. weiter so!
zonker gab mir dieses foto 1978 für den ostrich; irgendwas sollten wir auf seinem wunsch über ihn schreiben, - was aber nie geschah, und so wurde das bild damals nicht veröffentlicht. man hätte sowieso nichts darauf erkannt, in schwarzweissdruck ungerastert, - und so unterblieb zonkers erster versuch, an die öffentlichkeit zu treten, was aber nicht verhinderte, dass wir miteinander bekannt wurden, im damals überschaubaren freundeskreis neuer musik, der sich an sonst öden abenden im ratinger hof zusammenscharte wie eine herde schüchterner möchtegern-outlaws.
zu den mehr oder weniger revolutionären signalen des aufstands gehörte unsere verschobene ästhetik, deren höhepunkte im zurschautragen von pickeln (dildo), bart (markus oehlen), gelben beinen (janie), entenarsch (monroe), schmatzen (ralf dörper) und frikadellengeruch (ramon luis) gipfelten;
zonker hatte fettige haare und ein gesicht, das erst auf späteren fotos in seinem natürlichen ausdruck festgehalten wurde, ausserdem trug er eine lederjacke ohne badges und erzählte beim ersten treffen sowohl von geisteskranken, als auch von “tensiden”, - letzteres waschmittelinhaltsstoffe, die er mit bläschen in den mundwinkeln und einem irren funkeln in den augen erwähnte, so dass ich dieses wort bis heute im gedächtnis behielt.
dazu passt auch ganz gut ein kleiner streich, den wir ihm im frühjahr 78 an einem lauen freitagabend spielten: es gab im ratinger hof über einen hippie lsd zu kaufen, rote sternchen; während dieser zeit erschien als beilage zur apotheken-rundschau plötzlich ein probepäckchen mit kleinen tabletten, die sich beim kauen an schlechtgeputzen zahnstellen rot färbten, - ein dämlicher test a la “wie gut ist ihre zahnbürste wirklich”, - wovon wir zonker, der noch nie lsd genommen hatte, eine pille aufschwatzten, die er einnahm und auf unser anraten eifrig kaute, um die drogenwirkung schneller freizusetzen.
ich weiss nicht mehr, ob einige von uns an diesem abend wirklich auf lsd waren, zonker hatte jedenfalls knallrote zähne ohne es für längere zeit selbst zu bemerken, er sah aus als hätte er einen rohen säugling verspeist, lachte aber aus vollem hals mit uns, weil er dachte, das lsd beginne zu wirken…
…wir waren definitiv sehr fies zu ihm, aber er vertrug es gut und wurde nicht sauer: eine seele von mensch, würde ich heute sagen.
zonker davidsons nachfolgende machenschaften sind mir allerdings nur noch vom hörensagen her bekannt.
dieser stern-bericht (dank an karin dreier) erschien als frühes highlight einer ausverkaufszeit, die im ratinger hof einsetzte, nachdem carmen knoebel 1980 ausgestiegen war. leider war der laden schon ziemlich zur new-wave-bierschwemme verflacht, bis die stern-deuter sich zum ortstermin einfanden und diesen zustand in ihrer serie als geheimtip darstellten.
trotzdem sieht man eine menge damals oder später bekannter hof-gesichter und ärsche kunterbunt durch die fotos wirbeln, was diesem bericht etwas familienalbumhaftes gibt, weshalb er auch hier erscheint und zur ahnenforschung in die galerie wandert.
die begleitende musik war am schauplatz zu verschiedenen zeiten aktuell, überliefert aber nur den geringsten teil der dort über die jahre von unterschiedlichen dj’s erzeugten gänsehäute.
warnung vor dieser charakterlosen veranstaltung:
weihnachten ist ein wendehals!
wie man dem bild entnehmen kann, kollaborierte das christkind unlängst noch mit ganz bösen onkeln.
unerklärlicherweise blieb sein image bis heute davon unbefleckt.
wir steuern das intro von finger für deutschland bei und wünschen ihm einen gerechten prozess!
claus ritter hat seine jugend bei male am schlagzeug verschwendet und darüber zwei fette fotoalben gemästet, aus denen wir einige seiten vorstellen.
dubliners: what do i get (13. 8. 1978, berlin, so 36)
polizei (gleiches konzert wie vorheriges stück)
ampelstadt (und die nächsten fünf: 26. 12. 1978 düsseldorf, dreiecksstube)
kontrollabschnitt
ich glaubte zu träumen
kh 3
zensur
bilk 80
ein tag düsseldorf
risikofaktor (hamburg, markthalle 1979)
intelnet (9. 8. 1979 neuss, okie dokie)
bismarckstrasse 50
ich bin der
cassette: snoopy
obwohl charley’s girls darin konsequent falsch geschrieben wird und male völlig fehlt, hat sich seinerzeit jemand in diesem sammlermagazin (”europas grösster plattenmarkt”) grosse mühe gegeben, viele seltene namen und schicksale in ein grafisch nicht unbedingt einleuchtendes schema zu übertragen, - das aber sehr detailgenau, - so dass dieser stammbaum auch in zukunft für beste ergebnisse bei spezial-recherchen in jenem sektor der ndw sorgen wird.
…was allerdings auf dem foto der gruppe you mit wolfgang spelmanns geschieht (rechte seite) - bleibt trotzdem unklar.
ralf rauchte draussen, wo sich nach 27 jahren unterschiedlichster zeitverschwendung unsere lebenswege sofort wieder kreutzten.
george hatte die kamera und ein bequemes ticket, was die anreise aufwandslos und und den aufenthalt für die erinnerung ergiebig machte.
leider mussten wir weg, schätzungsweise 48 sekunden bevor ralf nach dem 1,5-stündigem intro dieser von george fotografierten herren (der weisshosige schuldet ihm übrigens laut aussage seit 1983 ein paar doc martens) endlich die vernebelte bühne betreten durfte.
sehr schlechte verkehrsverbindungen unterbrachen eine unzerstörbare freundschaft, der hier geschmackloserweise mit einem stück von st 42 gehuldigt wird:
mit 17 hat man noch träume