Freitag 26. November 2010, 16:50
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fotoscheu wie greta garbo - die graue eminenz der neuen deutschen musikszene. überblick-autor xao seffcheque sprach mit alfred hilsberg, dem punk-papst der brd, 99 heisse infos über neue deutsche gruppen, rockmusik und korruption.
Donnerstag 28. Mai 2009, 14:34
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dieses frühjahr zwangen mich zugreisen zur versorgung mit lesestoff, und so stiess ich in der nahe dem hbf düsseldorf gelegenen stadtbücherei auf die afrika-tagebücher von michel leiris, die meine fahrten ins öde dormagen mit einem einblick in die dreissiger jahre und interessanten informationen über den weiteren werdegang jenes rand-surrealisten anreicherten, der seinerzeit u.a. mit dem originellen millionär raymond roussell bekannt war, welcher als erster im speziell konstruierten wohnmobil ebenfalls durch afrika reiste, jedoch ohne überhaupt die kabine zu verlassen, wo er bei geschlossenen vorhängen komplizierte sätze über das etikett einer mineralwasserflasche verfasstte. - sehr empfehlenswert das, - vorausgesetzt, man neigt dazu, sich darin zu vertiefen, und hat nichts gegen leiris´ mehrfach gespiegelte seelendurchleuchtung nach altmodischem strickmuster einzuwenden, dann kann es leicht passieren dass man lust bekommt, nach lektüre der afrikaexpedition in seinen später geschriebenen büchern nach hinweisen und erläuterungen zu diesem wichtigen kapitel seines bereits beendeten lebens zu stöbern, und so greift man womöglich genau wie ich zu den ansonsten etwas langweiligen werken aus der autobiografischen serie “die spielregel”(band 2, krempel, 1985 matthes & seitz) und sucht darin erfolgreich nach weggelassenem und zensiertem aus dem spannenden expeditionsbericht von 1931.
buch zwo (thomas hecken: gegenkultur und avantgarde 1950-1970,2006 francke verlag) erfordert neben einer kleinen portion fantasie auch spass an der ahnenforschung, dann gibt es nichts aufregenderes, als sich unter die meute langhaariger weintrinkender querulanten zu mischen, die sich kurz nach ende des 2. weltkriegs in paris unter dem namen lettristen formierten und geniale sprüche klopften, wie “arbeitet nie!”, die sie auch auf ihre hosen schrieben, wofür sie damals sicher aufs hoffnungsvollste für bekloppt erklärt wurden, - um etwas später zu den situationisten zu mutieren, die grosse erfinder von verweigerungen waren und mit ihren genial-frechen ideen u.a. vieles vorwegnahmen, was malcolm mc laren 10 jahre später auf t-shirts druckte und als vermarktungsstrategie für die sex pistols anwendete.
gut erklärt sich aus diesem buch die herkunft einiger ideen, die bis heute um uns herumgeistern und aus historischer unkenntnis oft für volkseigentum gehalten werden, so liest man zb, dass laut allen ginsberg “die einnahme bestimmter drogen demokratische wirkungen zur folge hat”, und freut sich an dieser experimentellen weisheit post mortem über das bereits unvermutet eingetretene happy end vieler falsch gestellter fragen und probleme.
buch drei (peter hein: die songtexte 1979-2009, lilienfeld verlag) beginnt mit dem wort “kulturschock” und enthält grösstenteils kryptische fussballtexte, die beim anhören der dazugehörigen musik sowieso in belanglosigkeit versinken.
wer braucht dieses buch? - ich glaube, vor allem der verlag hat es nötig, sich etwas jugendlich aufgeschlossen zu geben, und so wurde ein cremefarbenes cover kreiert, auf dem herr hein in unsäglichen schuhen auf der brüstung eines kirchenfensters sitzt und guckt wie struwwelpeter aus hoffmanns märchen, die meiner erinnerung nach leider mehrfach spanndender sind als das, was peter zur ein-und ausleitung seiner texte (diesmal bedacht auf vermeidung allzu langer sätze) eigenhändig hinzuzufügen hatte.
positiv auffallend ist jedoch die im verlagsprospekt angekündigte einleitung von wiglaf droste, die im buch gottseidank fehlt. auch die fotos sind gut ausgesucht und vorher unveröffentlicht.
da sich hein in seinen bereits erwähnten kommentaren, die etwas von thekenreden haben, auch an teile unserer gemeinsam verbrachten zeit erinnert, benütze ich die gelegenheit dazu, interessierten lesern zu versichern, dass es noch erinnerungen an begebnisse gibt, die bislang von beiden seiten als untauglich für texte angesehen wurden. aber wie sich die schuhmode ändert, so kann sich auch die erinnerung mit seltsamen borten beziehen und an hühneraugen-stellen plötzlich überraschende steppnähte aufweisen.
das selten werden neuer einträge im rondo-blog hat mit persönlicher übersättigung an der thematisch behandelten zeit zu tun, und keinesfalls mit mieser laune, üblem geschmack oder zweifelhaftem umgang mit nutzlosen büchern.
Samstag 16. Mai 2009, 15:34
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das zweite resultat einer gemeinsamen polen - exkursion von xao seffcheque und peter glaser:
während glasers bericht eine bereits erwähnte kurzgeschichte ergab, - schrieb xao darüber eine kleine zweiteilige (sounds 10/11, 1980) story und knüpfte wahrscheinlich auch einige kontakte, was zu einem gegenbesuch von ungefähr 7 polnischen musikern im wohnkeller seffcheques zu düsseldorf führte, die ich einmal zufällig dabei überraschte, wie sie gutgelaunt einer dose ölsardinen harrten, die xao als festmahl in einer pfanne erhitzte, - wozu er auch mich noch grosszügig einlud - was ich damals aber erschrocken dankend ablehnte…
als ersatz für ein nichtvorhandenes tonbeispiel einer im artikel erwähnten band hier ein ca. zwei jahre später bei ar/gee gleim aus polen eingegangenes schriftstück…
…das der folgenden ep von dezerter (die sich durch anmutiges produktdesign auszeichnet) beifügt war und möglicherweise ein bisschen polnischen hardcore enthält, der vielleicht bei begabten hörern ähnliche gefühle auslöst, wie die unter anderen umständen oben erwähnte dose fisch beim damals erstaunten verfasser:
spytaj milicjanta
in ermangelung von bier mit zwiebeln und wurst runden wir dieses ensemble mit einem jugoslawischen badge ab, von dem uns karin dreier versichert, was darauf steht heisst ebenfalls punk.
dieser artikel besteht aus 100% recyclebaren archivleihgaben von karin dreier und ar/gee gleim.
alles nur gehört träfe besser die eine hälfte des buches, die aus anekdoten besteht, die vom autor grösstenteils anderswo gelesen wurden, ohne die quelle genau zu bezeichnen, - alles nur addiert könnte der zweite teil dieses 250-seiten-schmökers heissen, in dem es um den rechnungstechnischen verlauf deutscher wellenreiter a la extrabreit, nena, spider murphy gang und konsorten und die von deren plattenfirmen seinerzeit veranstalteten zufallstreffer, fehlschläge und lachnummern geht.
gut gefällt mir, was hollow skai über alfred hilsberg schreibt; - letzterer wurde in den romantischen tableaus von teipel zu einem bärtigen bösewicht reduziert, bekommt hier aber aufgrund der tatsache, dass der verfasser in den zeiten, von denen sein buch handelt, tatsächlich viel kontakt mit alfred hilsberg hatte, ein fast würdiges denkmal oder portrait gesetzt, indem skai darauf hinweist, wie wichtig der mann mit dem weissen halstuch und der tödlichen schnapsfahne für die deutsche musikszene in der mittlerweile genug verklärten zeit der do-it-yourself-revolution einmal war.
was die anekdoten betrifft, amüsieren sie mich weniger, als die verkaufszahlen - obwohl das musikbusiness mir nie ein spannendes feld zu sein schien, - das kommt daher, dass skai einige geschichtchen über charley’s girls verbreitet, von denen er in seinem blog behauptet, er habe sie von augenzeugen, - die aber in wirklichkeit nur der puren lust am fabulieren entsprungen sind, oder - wie in seinem fall - der puren lust am sammeln von aufschneiderei und angabe zur dekoration seines neuen buches mit irgendwelchen highlights, die sich auch leute vom dorf merken können, mit denen er sowieso sympathisiert, weil er irgendwo schreibt, alles nur geträumt gehöre zwischen rocko schamonis dorfpunks und teipels verschwende deine jugend, was mir nur einleuchten will, wenn ich daraus verstehe, dass er aus jedem der beiden bücher soviel abgeschrieben hat, wie er nur konnte, was aber im fall von charley’s girls bedauerlicherweise ein reinfall war, weil es sich dabei um eine stelle handelt, die teipel’s lektor schon im verschwende-buch bis zur unverständlichkeit verstümmelt hatte, daher ist hier die rede davon, dass sich charley’s girls am 13.8.1978 während des ersten so 36-festivals in mittagspause umbennant haben sollen, und zwar unter folgenden umständen:
“hatten sich die anwesenden berliner punks noch gewundert, warum die girls so komische rucksäcke umhatten, so fiel es ihnen wie schuppen von den augen, als die gruppe sich nach der hälfte ihres auftritts erst einmal auf der bühne zu einem picknick niederliess und mittagspause machte - um sodann unter diesem namen weiterzumachen.”
in wirklichkeit resultiert dieser schwachsinn daraus, dass jürgen teipel unsere beiden auftritte im s.o. 36 (august 78 als charley’s girls und etwas später noch einmal ein solokonzert in blauen arbeitsanzügen als mittagspause, bei dem wir einen tisch auf der bühne hatten und döner verspeisten) verwechselt und zu einem einzigen halbsatz zusammengestrichen hat, - worauf ich ihn gleich nach erscheinen seines doku-romans 2001 erfolglos aufmerksam zu machen versuchte.
…woher aber die rucksäcke kommen, das ist mir völlig schleierhaft. darum erscheint es mir auch wichtig, an dieser stelle so ausführlich darauf hinzuweisen, denn ich sehe schon das nächste buch vor mir, in dem wir dann wadenschoner tragen und jodeln, und obwohl ich das irgendwo amüsant finde, möchte ich unser damals weit weniger gewürdigtes dasein als underground-band gern zu lebzeiten noch freihalten von deko-müll-legenden und unbefugten ausschmückungen ähnlichen kalibers.
hollow skai
dazu zählt ebenfalls die behauptung, dass charley’s girls 1978 auf dem new orlean’s-maskenball 7000.- mark für ihren auftritt kassiert haben sollen. - oh gott! - da fällt mir ein, dass ich eigentlich froh sein sollte, dass charley’s girls in diesem buch nicht ostrich-girls heissen! - danke holger!
der rest ist superinteressant und lustig, vor allem die verkaufszahlen und fehlinvestitionen von geier sturzflug und fräulein menke - hahaha - mögen sie selbst nachlesen, ob die dazugestreuten anekdoten grössere wahrscheinlichkeit besitzen, als die beiden von mir bemäkelten.
der wdr sendete am 29.8.2002 einen beitrag mit dem titel poesie des punk, in dem u.a. die kurz-inszenierung einer geschichte aus peter glasers buch schönheit in waffen stattfindet:
von diesem mir bis neulich leider unbekannten werk gab 1987 es einen nachdruck mit besonders prägnantem cover.
die illustrationen der originalausgabe stammten von chris scheuer, einem in grafisch orientierten kreisen zurecht hochgeschätzten zeichner.
foto ar/gee gleim
ob peter glaserbei diesem 2002 entstandenen kompressions-hörspiel allerdings selbst regie führte, bleibt fraglich.
“wenn rainald goetz der medienzampano war, dann war peter glaser der begründer und theoretiker der new waver anfang der 80er jahre” (frank schäfer 2003)
foto ar/gee gleim
übrigens beruht diese geschichte auf der wahren begebenheit einer gemeinsamen polenreise von glaser und seffcheque (siehe kommentar).
foto ar/gee gleim
“…das amfiteatr fasste 2000 menschen. etwa 50 punks waren aus ganz polen gekommen, und eine schar urlauber gaffte an den hohen zäunen hinter der letzten sitzreihe. über der bühne hing eine 15 meter lange orange pappgitarre, und unter der gitarre spielte sich tilt die seele aus dem leib:”
und weil im hörspiel die handlung zugunsten des effekts kastriert ist, gibt es die komplette story (dank archiv karin dreier) nochmal als pdf zum nachlesen:
Sonntag 19. April 2009, 12:55
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Tach,
hier schreibt erneut der Kultmann aus dem mittleren Osten, sollte besser eigentlich höchste Öde heißen. War mal wieder auf rondo-ton und hab mir das Interview Teipel/Bielmeier angehört. Amerikanische Autos, Mae West? Genau mein Ding!
Ist hier in Arabien eine der richtig guten Sachen. Amerikanische Autos, wenn auch leider keine alten, denn Autos über 20 Jahre sind verboten. Und schon ab 10 Jahren darf man ein Auto nicht mehr verkaufen. Also weiter fahren oder verschrotten oder in den Oman exportieren. Abwrackprämien brauchen die echten Hiesigen sowieso nicht. Aber auch die aktuellen Boliden hören sich noch genauso gut an wie die Kunstwerke aus den 50igern bis ganz ganz frühen 70igern. Vau Acht halt. Wunderbare Maschinenmusik. Detroit. Und Ann Arbor ist da nicht weit weg.
Sprit verdampfen in Arabien. Absolut erste Bürgerpflicht. Ist auch der Grund warum ich hier bin. Hier wird eine Formel Eins-Rennstrecke in die Wüste geklotzt. Und da verdiene ich mir eine Handvoll Petro-Dollar.Trotz Überfluss an fossilem Brennstoff herrscht an allen Tankstellen ein Andrang als gäbe es morgen Krieg. Und der der findet tatsächlich jeden Tag statt! Auf der Strasse. Erstmal Tank randvoll machen für 15 Euro. Dann: nie blinken. Das Tempolimit mindestens um 100 kmh überschreiten. In der Stadt natürlich. Bullenwagen auf dem Standstreifen überholen. Die Verkehrsbullen haben so eine moderierende Funktion, sind den ganzen Tag mit der Aufnahme von Unfällen beschäftigt und wenn mal gerade kein Unfall ist, dann heizen sie selber wie die Blöden. Im dichtesten Verkehr auf 50 Zentimeter dem Vordermann auf die Pelle rücken. Aus allen Fernlichtkanonen feuern und sich den Weg bahnen. Auf der 4-spurigen Autobahn ganz links eine fünfte Jetzt-Komm-Ich-Spur eröffnen. Stopp-Schilder als grobe Empfehlung und vagen Hinweis auf eine Querstrasse. Zebrastreifen als klare Ansage an alle Fußgänger, dass dieses Stück Land den Autos gehört. An der Schlange vor der roten Ampel auf der Gegenspur vorbeifahren und Erster sein. Nie anschnallen. Reihenweise den Heldentod sterben. Ist aber egal, morgen fliege ich wieder mal in die rheinische Heimat. Und schau mal nach, ob Teipel’s Verschwende Deine Jugend wirklich schon wieder so alt ist, wie es das Datum des Interviews (s.o.) vermuten lässt. In dem Buch gibt’s so ein paar Dinge, die irgendwie im geheimnisvoll-unklaren bleiben. Wenn auch in deinem blog das ein oder andere Bild von Ramon Luis zu sehen ist, beschäftigt (?) mich nach wie vor die Aussage „der ist schon lange verschwunden“. Oder betraf das Sador Weinschlucker, der ja eher aus der Stumpff’schen Ecke kam? Wie auch immer, das Buch liegt (noch) in 3000 Meilen Entfernung. Und was ist aus Zonker Davidson geworden? Ist irgendwas bekannt über den Verbleib der erwähnten Personen?
Grüße aus dem stumpfen Land mit rondo-blauem Himmel über der Wüste,
der Kultmann
Hier eine kleine Ergänzung zur letzten mail: gestern bei Ankunft am Flughafen fielen gleich wieder die Heerscharen an Überautos deutscher, japanischer und amerikanischer Provenienz ins Auge. Gut, viele davon laufen auf Kredit, denn auch der Durchschnitts-Einheimische spielt nur zu gerne Scheich oder Ölprinz. Aber die Boliden sind unbestritten da, bezahlt oder nicht. Im krassen Gegensatz dazu stehen die Baufahrzeuge.
Die sind teuer und die Kohle gibt man selbstredend deutlich lieber für den neuen Mercedes S 63 AMG aus. Also, was tun, fragt sich da der geschäftstüchtige Fuhrunternehmer? Erstmal den Daimler kaufen, logisch. Dann für das Speditions- und Logistikunternehmen alte LKW-Gurken aus Europa, respektive Deutschland, importieren. Technisches Gerät aus Zeiten, da war das Wort Logistik noch gar nicht erfunden.
Da drauf einen pakistanischen Gastarbeiter als Fahrer setzen (max. 200€ netto pro Monat), dann Logistikrechnungen mit europäischen Preisen schreiben und kurze Zeit später als Ergänzung zum Benz noch einen Nissan-Geländewagen kaufen (Wertschöpfungskette).
Man ist schließlich in der Wüste und, wie in der letzten mail beschrieben, es herrscht ein täglicher Krieg im Straßenverkehr. Und deshalb heißt der größte Geländewagen von Nissan auch gleich mal Armada. Analog zur Öltank-Werbung aus den Siebzigern: Ich bin zwei Schiffe. Bilder-Kostproben Nummer zwei und drei sind folglich LKW aus Arabien im Jahre 2008 und 2009. Anmerkung dazu: Holz Trum ist ein Holzhändler aus Rösrath bei Köln…
Armada zum Zweiten: der Hersteller des Armada hat zwar nicht den Krieg, aber doch eine Schlacht verloren. Bei einer Recherche zum Thema Leistung und Drehmoment verschiedener Autos gab ich dem Rechner ein gut gemeintes www.nissan.com. Das Ergebnis fiel anders aus als geplant; die Eingabe der genannten web-Adresse ist zur Nachahmung empfohlen, zwar mit dürftigem layout, dafür überraschendem Inhalt und lustigen Aufkleber-Motiven zum Selberdrucken. Wer aber was über Nissan-Autos wissen möchte sollte es besser mit www.nissan-global.com versuchen.
nach diesem beispielhaft freundlichen feedback, das uns aus der wüste erreichte, folgt ein musikstück, das nichts mit rondo zu tun hat, zu dem es kein bild gibt, und das ein symphatischer beweis dafür ist, dass berlin zur frühzeit der germanischen punk - adaption wesentlich näher an los angeles grenzte, als der rest deutschlands diesseits der transitstrecke.
die dirty needs waren die vorläufer der ffurs, und die aufnahme entstand im mai 1978 per 4-spur im übungsraum.
trevor watkins: voc
andy axman: git/bass
burkhard rausch: dr
Donnerstag 16. April 2009, 00:28
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das festival, um das es am anfang geht, war natürlich mont de marsan im sommer 1977, und der lou reed - zwilling war damals gitarrist bei little bob story.
der dritte teil eines von vielen interviews, die schliesslich zu diesem buch führten:
das seinerseits die kunsthalle düsseldorf zu einer ausstellung inspirierte, bei der die museumswärter aufgrund einer anregung von mir wiederum historische badges trugen:
Mittwoch 15. April 2009, 12:29
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Punkrock 2009 - Leichenfledderei
Punk war ansich in dem Moment gegessen, wo es klar definiert und abgesteckt war, sprich: in Großbritannien spätestens 1978, in Deutschland dann 1979. Aber allerspätestens!
Man munkelt, bei Punk geht es um Aufruhr, Rebellion, Individualität und Freiheit - alles Quatsch! Es geht dabei um folgendes:
1. Kohle) Na klar, was denn sonst? Eigentlich geht es überall immer nur um Kohle. Mit Punk lässt sich immer noch eine Menge Geld scheffeln. Sogar im Mainstream; warum würden die ganzen Popper und Chabos sonst mit Nietengürteln und Möchtegern-Schmalz-Iro rumrennen?
2. Uniformität) Gerade Subkulturen werden extrem von Dresscodes und klar definierten Äußerlichkeiten geprägt - und was könnte uniformer sein? Mal ehrlich, wir sehen doch echt alle gleich aus.
3. Den harten Macker markieren) Gilt nicht für alle Punks, aber für viele schon.
4. Saufen und Party) Genau wie bei Stammtischbrüdern, Prolls, Studenten, Schülern…. hier hat Punk nix mit Inhalten zu tun, sondern dient einfach nur als Partyzone für einen bestimmten Musikgeschmack, dafür braucht man ansich keine abgeschottete Gruppe.
5. Moralische Sicherheit) Genauso wie der Fromme Betbruder in seiner Gemeinde, der Fußballproll in der Fankurve oder der Student in seinem “Szenecafé” (wo fortwährend Blumfeld, Madsen und Tocotronic läuft) suchen auch wir Punks eigentlich nur in einer Gruppe mit festgesetztem Wertemuster nach Bestätigung und Sicherheit, nach moralischem Halt und Verlässlichkeit. Nichts anderes erfüllt auch ein Schützenverein oder eine Burschenschaft, traurig aber wahr. Und zu guter letzt, besonders wichtig;
6. Schubladendenken) Ihren Zusammenhalt erlangt die Szene insbesondere durch akribische Abschottung sowie extreme Intoleranz nach außen, vor allem aber auch extreme Intoleranz im Inneren! Unser Denken wird bestimmt von Stereotypen, Klischees und festgefahrenen Meinungen, die keinerlei Spielraum für Zwischenräume kennt. Schwarz oder weiß, mehr gibbet nicht! Eine klare Aufteilung in Gut und Böse, die für alles eine passende Schublade zur Verfügung hat. Was dann doch nicht eindeutig in eine der Schubladen passt, kommt auf den “Ganz böse-Stapel”.
Auch wenn diese Wertemuster und Schubladen je nach Subgenre wechseln, so lässt sich doch das Grundprinzip auf alle Subszenen übertragen.
Was lernen wir daraus? Punk bekämpft nicht die angepasste Mehrheit, das Spießertum oder die bürgerliche Welt - es bietet eine noch spießigere Alternative. Punk ist erzkonservativ und historisch gefestigt.
Punk 2009 - ein tief reaktionäres, engstirniges Spießergefüge in sich!
Amen.