das interview, das jürgen teipel 1998 gut vorbereitet in düsseldorf führte, bildet ein atom des rohmaterials, aus dem dieser bestseller besteht.
interview teil 1
foto: ar/gee gleim
als nebeneffekt machte mich das buch ziemlich bekannt, was sich auf eine künstlerische strategie seines autors zurückführen lässt, die im vergrösserten masstab an das erinnert, was schon 1977 im ostrich ausprobiert wurde.
bei dieser gelegenheit muss unbedingt der nicht zu unterschätzende einfluss von mad auf punk hervorgehoben werden, der einst völker über alle grenzen hinaus verband und mittlerweile gern übersehen wird.
Donnerstag 26. Februar 2009, 00:15
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wie man aus dem werbeprospekt erfährt, handelt es sich hierbei um: “ein fanbuch - aber nicht nur ein fanbuch” - und das stimmt genau, weil es bei den songtexten um janies zweites buch im programm dieses jungen und aufstrebenden verlages aus düsseldorf geht.
ab mitte märz können also nicht nur fans einige mipau-texte, viel family five-material und volle kanne fehlfarben-lyrics am kamin schmökern:
warum janie diesen song nicht mag und auf dem cover so seltsame schuhe trägt, bleibt jedoch bis zu seinem übernächsten buch geheim…
mitte der 80er jahre lebte diedrich diederichsen eine weile in düsseldorf und skizzierte die typischen eigenheiten unserer sterbenden stadt aus einem symphatischen blickwinkel im örtlichen käseblatt, - verzeihung - terminmagazin.
da zur zeit in verdächtig vielen blogs frenetisch über alkohol kommuniziert wird, versuche ich mit diesen billigen trick, endlich ebenfalls mit den scheinbar zahlreichen, bei anderen themen aber hartnäckig schweigenden trinkern in berührung zu kommen, um auch mal kommentare zu ergattern.
Mittwoch 04. Februar 2009, 01:59
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unter all dem alten gerümpel in diesem blog gibt es an dieser stelle etwas von heute, und zwar einen artikel über schlechten geschmack von matti dochat, der manchmal das fanzine mad moron’s mirrorherausgibt, aber darüber hinaus noch mehr zu sagen hat, - was möglicherweise zu einer rubrik hier führt und vielleicht einige blogbesucher, die spass an argumenten haben nicht abhält, das folgende nach dem lesen evtl. zu kommentieren.
Auf deutsch zu texten ist gar nicht so einfach. Obwohl die deutsche Sprache so viele Wörter hat, und damit reichlich Alternativen bietet, so klingt es dann als Songtext doch häufig irgendwie krumm und unmusikalisch. Die extrem schwierige Grammatik lässt sich die Zeilen immer wieder sträuben, zu guten Lyrics zu werden, und mit der Aussprache und Betonung ist das auch immer so eine Sache. Tausende Deutschpunk-Bands können ein Lied davon singen.
Die meisten Probleme haben damit aber anscheinend diejenigen, die sich eigentlich als Vorreiter und Kämpfer deutscher Kultur verstehen: die Nazis. Obwohl die als pflichtbewusste, stolze Deutsche es doch prinzipiell am besten können müssten, gibt es aus mir unerfindlichen Gründen keine deutsche Rechtsrock-Band, die vernünftig texten kann. Billigste Rumpelreime, die fast schon weh tun; keinen blassen Schimmer von Versmaß, dauernd müssen die Worte ungelenk umbetont werden, damit die Zeile irgendwie noch ins Riff passt; und eine Sprache, die eingeschränkter kaum sein könnte. Das zeugt zum Teil von einem so kleinen Wortschatz, dass sich ein dreijähriges Kind dafür schämen müsste. Ich darf mal zitieren: „Deutsche Musik/hör’n wir gern/Punk und Rap/lieg’n uns fern/darum gründeten wir eine Band/die sich jetzt/Heimatsturm nennt“ (Heimatsturm, Lied heißt glaube ich genauso) oder auch „In Anatolien ihr bebauen/Doch zurück aus unseren Gauen/An den Bosporus zurück/Sonst brechen wir euch das Genick“ (Landser – Wacht an der Spree). Unglaublich, oder?
Vom Inhalt mal ganz zu schweigen – abgesehen von den verabscheuenswerten Aussagen, auf die ich an dieser Stelle mal nicht weiter eingehen will, zeigt solche Musik mal unmissverständlich den begrenzten Horizont der einschlägigen Klientel auf. Ich weiß nicht ob es mit der Angst zu tun hat, auch nur das kleinste Anzeichen von Dissidenz zu zeigen, oder ob die sich einfach für nichts anderes als ihre üblichen zwei, drei Standardthemen interessieren. Wahrscheinlich beides. Letztlich hört man sich Musik ja auch deswegen an, um sich selbst zu bestätigen und sich ein wenig moralische Sicherheit zu holen. Demnach müssen Nazis alle total unsichere Nervenbündel sein, deren extrem fragiles Weltbild laufend durch noch so bekloppte Argumente untermauert werden muss…. da zeigt sich der religiöse Charakter von Subkulturen von seiner abartigsten Seite! Gebetsmühlenartig werden die klassischen Phrasen heruntergeleiert, wie eben die Zombies im Gottesdienst, die das Vater Unser zum millionsten Mal monoton daher murmeln.
Also, selbst wenn man das inhaltlich noch so nötig hat, das macht doch keinen Spaß, sich so was anzuhören! Das ist einfach so schlecht, dass man nicht mehr weiß, ob man lachen oder heulen soll. Wenn’s nicht so ein ernstes Problem wäre, dann wäre Rechtsrock in seiner gnadenlosen Selbstsatire eigentlich der Partyknaller schlechthin. Aber das Rechtsrock von so vielen so ernst genommen wird, das ist beileibe nicht zum Lachen.
dazu passend eine stimmungsvolle 4-spur-skizze von peter glaser und xao seffcheque, die vermutlich während ihrer 3er-wg-zeit mit einer teac anfang der 80er entstand.
Dienstag 13. Januar 2009, 18:49
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so war es wirklich im ratinger hof: protagonisten-pogo vor der bühne 1979, fotografiert von jürgen krause.
aus einer mehrteiligen überblick-geschichte kann man erfahren was musikalisch passierte in unserer kleinen stadt in den jahren vor der ver-mainstreamung durch tote hosen und andere bestseller: ein absolutes muss für alle spät-aber-doch-gebildeten, unverzichtbar für intelligente kommentare!
- detailliertes verständnis für diese untergegangene kultur erlangt man ausschliesslich durch herunterladen folgender pdf-datei; - mit stammbaum!
Dienstag 16. Dezember 2008, 20:37
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hinten in dieser von peter glaser herausgegebenen anthologie steht bei autoren folgender text unter padeluun:
postfach 30 1705, 1 berlin 30, arbeitet z. zt. an dem filmprojekt glocken der heimat und am preisauszeichnungssystem vidicett/viditag, sowie am subotnik-musikprojekt messinghof, ausserdem musikprojekt subiaco/montecassino.
das klingt bedeutend, ehrenhaft und interessant, - genau wie padeluun s ideensammlung für einen wichtigen film (von dem ich nicht weiss, ob er je realisiert wurde):
da ich den ganzen tag dienst am volke geübt habe, fiel der erste teil der party für mich flach. völlig stumpf kam ich um 21 uhr nach einer halsbrecherischen fahrt im hof an.
trotz später stunde durfte ich erstmal 10 dm west (keine zloty, keine rubel) abrücken.
eine entsetzliche müdigkeit überfiel mich, als ich mich durch den ratinger hof mief und klüngel bis zur bühne kämpfen musste.
dort angekommen vergass ich erstmal alle alten omas, denen ich reihenweise zur wahlurne helfen musste, und sah und hörte fasziniert, was sich dort abspielte:
die panzerknacker waren es, sassen, standen, hüpften da rum.
die instrumentalbesetzung war vollkommen unkonventionell, ebenso wie die bekleidung der leute:
drei schlagzeuge, ein gong, zweimal bass, einmal gesang.
die musik der hitlers ist/war schwer zu beschreiben, obwohl sie ziemlich simpel war/ist: donnernder tanzrhythmus.
sie spielten alte und neue hits: von rock’n'roll über gary glitter zu mipau.
die besetzung: nur altes, wenig neues.