Abgelegt unter: Musik
früher dachte ich, s.y.p.h. wären noch schlechter als mittagspause. dabei waren wir beste freunde. bei gemeinsamen konzerten war das publikum bei ihnen manchmal nicht so enthusiastisch wie bei uns. das tat mir leid. ich verstand das publikum eben nur als träge masse, die es galt, in rhythmus zu versetzen, und ich missverstand s.y.p.h. bis in die mitte der 80er hinein, als ich längst nichts mehr mit musik zu tun hatte und zufällig ein paar alte can-platten hörte, die ich bisher aus desinteresse an krautrock kategorisch verschmäht hatte, bei denen mir aber sofort wieder harry rags begeisterung für diese gruppe und eine unerfreuliche begegnung mit holger czukay, der s.y.p.h. 1980 produzierte, einfiel.
was ich so spät an s.y.p.h. kapierte, ist das musikalische understatement, das sie dem mir vorher unbekannten prinzip der can-artigen improvisation beifügten, und das sie im kontext so originell macht, dass ich sie heute als weisswein der ndw bezeichnen würde, weil mir ihre stücke immer besser gefallen, je älter sie werden.
ausserdem sind sie in wirklichkeit kaum zu bemitleiden, weil sie weitaus mehr doppelsingles und andere originelle platten herausgebracht haben, als mittagspause trotz mehr publikumsgestampfe.
herrlich anonym
3 Kommentare
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persönlich bin ich kein weinkenner, mag aber auch rotwein lieber.
ausserdem ist harry rag blond, also passt weisswein;- soll ja auch die wahrheit drinliegen…für noch blödere vergleiche wäre ich allerdings dankbar, - wenn sie nicht ausschliesslich mit kohl zu tun haben!
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krautpunk!
Kommentar von ghee 12.30.08 @ 11:39