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Punkrock 2009 - Leichenfledderei
Punk war ansich in dem Moment gegessen, wo es klar definiert und abgesteckt war, sprich: in Großbritannien spätestens 1978, in Deutschland dann 1979. Aber allerspätestens!
Man munkelt, bei Punk geht es um Aufruhr, Rebellion, Individualität und Freiheit - alles Quatsch! Es geht dabei um folgendes:
1. Kohle) Na klar, was denn sonst? Eigentlich geht es überall immer nur um Kohle. Mit Punk lässt sich immer noch eine Menge Geld scheffeln. Sogar im Mainstream; warum würden die ganzen Popper und Chabos sonst mit Nietengürteln und Möchtegern-Schmalz-Iro rumrennen?
2. Uniformität) Gerade Subkulturen werden extrem von Dresscodes und klar definierten Äußerlichkeiten geprägt - und was könnte uniformer sein? Mal ehrlich, wir sehen doch echt alle gleich aus.
3. Den harten Macker markieren) Gilt nicht für alle Punks, aber für viele schon.
4. Saufen und Party) Genau wie bei Stammtischbrüdern, Prolls, Studenten, Schülern…. hier hat Punk nix mit Inhalten zu tun, sondern dient einfach nur als Partyzone für einen bestimmten Musikgeschmack, dafür braucht man ansich keine abgeschottete Gruppe.
5. Moralische Sicherheit) Genauso wie der Fromme Betbruder in seiner Gemeinde, der Fußballproll in der Fankurve oder der Student in seinem “Szenecafé” (wo fortwährend Blumfeld, Madsen und Tocotronic läuft) suchen auch wir Punks eigentlich nur in einer Gruppe mit festgesetztem Wertemuster nach Bestätigung und Sicherheit, nach moralischem Halt und Verlässlichkeit. Nichts anderes erfüllt auch ein Schützenverein oder eine Burschenschaft, traurig aber wahr. Und zu guter letzt, besonders wichtig;
6. Schubladendenken) Ihren Zusammenhalt erlangt die Szene insbesondere durch akribische Abschottung sowie extreme Intoleranz nach außen, vor allem aber auch extreme Intoleranz im Inneren! Unser Denken wird bestimmt von Stereotypen, Klischees und festgefahrenen Meinungen, die keinerlei Spielraum für Zwischenräume kennt. Schwarz oder weiß, mehr gibbet nicht! Eine klare Aufteilung in Gut und Böse, die für alles eine passende Schublade zur Verfügung hat. Was dann doch nicht eindeutig in eine der Schubladen passt, kommt auf den “Ganz böse-Stapel”.
Auch wenn diese Wertemuster und Schubladen je nach Subgenre wechseln, so lässt sich doch das Grundprinzip auf alle Subszenen übertragen.
Was lernen wir daraus? Punk bekämpft nicht die angepasste Mehrheit, das Spießertum oder die bürgerliche Welt - es bietet eine noch spießigere Alternative. Punk ist erzkonservativ und historisch gefestigt.
Punk 2009 - ein tief reaktionäres, engstirniges Spießergefüge in sich!
Amen.
abenteuer & freiheit
6 Kommentare
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“Wir sind die Hippies von Morgen”
Kommentar von Charles Orear 04.15.09 @ 20:06Außer mir natürlich, denn als Punk 2009 bin ich natürlich Extremspießer und damit Hippie von heute.
Kommentar von MacDödel 04.16.09 @ 17:26liebe bewohner dieses folkloredorf-nachbaus, bitte nicht wackeln wenn man schnappschüsse von euch macht!
Kommentar von franz 04.19.09 @ 13:21*stillsteh* *lächel*
Kommentar von MacDödel 04.30.09 @ 02:47dieser Text wurde wundervoll geschrieben, ein riesen Lob an den Autor
Kommentar von Bert Klingsporn 04.19.11 @ 18:49Einen Kommentar hinterlassen
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Sach ich doch: Spießer = Hippie = Punk!
Kommentar von ghee 04.15.09 @ 16:44